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LAS VEGAS – Sin City ohne Sinn? Bloß weg!

Kaum in Las Vegas angekommen, wollte ich schon wieder weg. Wenn New York die Stadt ist, die niemals schläft, was ist dann bitte Las Vegas? Ein Fest für die Sinne oder der totale Overkill ohne Sinn? Beides. Nur, dass für mich das Fest der Sinne nicht auf dem berühmt-berüchtigten Strip stattgefunden hat. Dieser Teil ist sozusagen das (touristische) Herz der Stadt.

Hier stehen die hohen Gebäude, also Hotels, teils unfassbar große Kolosse, hier blinkt, glitzert, leuchtet es ununterbrochen, hier spielt die Musik – im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt keinen wirklichen Rückzugraum, überall plärren Lautsprecher, schieben sich Touristen durch die Straßen, pfeifen Polizisten in Stiefeln und khakifarbenen Stoffhosen gegen Stretch-Limos und Taxis an, bieten Frauen mit einem seltsam starren, aber zugleich lächelndem Gesichtausdruck Flyer an, auf denen wenig bekleidete Frauen mit gleicher Mimik abgebildet sind. Diese Welt, die tagsüber schon seltsam anmutet, gewinnt in den Nachtstunden nur noch mehr an Wucht. Die Portiers der Hotels heißen nonstop die Besucher jeglicher Coleur willkommen.

LV Nacht

Gambling, Baby! Die Karten sind gemischt, die Kugeln poliert, die einarmigen Banditen bereit für den Einsatz. „Coole“ Jungs lassen sich Zigarren kommen, gefühlt zehn Kilo leichte und 20 Jahre alte Mädchen hängen an den Ellbogen deutlich älterer Männer, beste Freundinnen feiern mit Krönchen auf dem ondulierten Haar wer-weiß-was-für-eine-occasion. Ich könnte stundenlang so weiter schreiben. Doch um es kurz zu machen: Alles nicht meine Welt. Mir brummte der Kopf, die Ohren fiepten, einzig im Hotelzimmer gab es Ruhe, ausgeschaltete Klimaanlage und schalldichte Fenster vorausgesetzt.

Es ist für mich nicht ganz zu fassen, dass all dies binnen weniger Jahre aus dem buchstäblichen Nicht entstanden ist. Las Vegas wurde offiziell 1905 gegründet! Zuvor ist mal Anfang des 19. Jahrhunderts ein Spanier, meine ich, durch die Gegend gestrunzt. Eine äußerst unwirtliche Gegend: Fels, Sand, Hügelchen. Aber auch grüne Flächen gab es, durch unterirdische Wasserquellen. Daher rührt letztlich Sin Citys Name: Las Vegas, die Wiesen, die Auen. Andere Menschengruppen kamen, Versuche, die hiesigen Indianer zu missionieren folgten und scheiterten, auch nach Gold wurde geschürft. Schießlich sah die Eisenbahn ihre Chance, lag die Region durch günstig für eine Streckenführung nach California. Auch dieses Projekt war semierfolgreich, Arbeiter kamen und gingen und kamen wieder, als mit dem Bau des berühmten Hoover Dam begonnen wurde. Das war 1931 der Fall, und ungefähr zu diesem Zeitpunkt gab es auch die ersten Lizenzen für Casinos. Schließlich mussten die hart arbeitenden Männer in dieser ansonsten eher unwirtlichen Gegend bei Laune gehalten werden.

LV Flugzeug

Der Damm und Lake Mead verwandelten sich in Touri-Attraktionen, Hotels waren vonnöten, der erste Strom dank Hoover Dam floss, die Region verwandelte sich zusehends in eine Stadt. Wirklich richtig wild wurde es aber erst in den 40er-Jahren, als immer mehr Casinos entstanden – und die Mafia Einzug hielt. Elvis Presley oder das „Rat Pack“ gehörten schießlich Mitte der Fünfziger zum Establishment.

Heute sind es Stars wie Britney Spears, Elton John oder Celine Dion, die dafür Sorge tragen, dass die Show weitergeht. Sie haben Verträge mit Hotels wie mit dem unfassbar großen Caesear’s Palace Hotel, was jetzt übrigens insolvent sein soll. Las Vegas ist nun zu einer Stadt mutiert, die weg vom Sündenpfuhl-Image und hin zu einer familienfreundlichen Destination möchte. Die Hotels überbieten sich gegenseitig mit Attraktionen und Themen-Veranstaltungen.

Vor ein paar Jahren macht Vegas von sich reden, als man über die Underground-Bewohner berichtete, Obdachlose, die in der Kanalisation lebten. Ihren Lebensunterhalt durch „Silver Mining“ verdienten. Dazu schliefen sie tagsüber und machten sich nachts in sorgfältig sauber gehaltener KLeidung auf den Weg in die Casinos, auf der Suche nach vergessenen Münzen oder gar Scheinen. Von dieser Szene aber wollte interessanterweise keiner der von meinem Kollegen und mir angesprochenen Locals etwas gehört haben. „No, there is no underground“, war stets die Antwort. Realitätsverdrängung? Peinlich berührt? Höflichkeit? Ich weiß es nicht.

LV Morgengrauen

Ich wusste nur eins: Der Strip ist nichts für mich.

Glücklicherweise ergab sich die Möglichkeit, zu fliehen:

red rocks

Wo bin ich? Und mit was für einem Auto? Cliffhanger-Alaaarm!

2015 Mercedes-Maybach S 600
Probesitzen und gefahren werden

Das Ganze in Videoform seht ihr hier, bei Ausfahrt.tv auf Youtube:

Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Maybach her…
Der 2015 Mercedes-Maybach S 600 ist das bisher luxuriöseste Auto, das ich bisher sehen und testen durfte. Gesehen habe ich das Schlachtschiff bereits im November auf der LA Auto Show – und mich schon da bei der gemeinsamen Moderation mit der Crew von Fast Lane Daily enttäuscht darüber geäußert, dass der Wagen statt des Maybach-Logos den Stern auf der Motorhaube trägt. Die beiden „M’s“ prangen stattdesen als Emblem auf beiden C-Säulen, während auf der linken Kofferraumklappenseite der gesamte „Maybach“-Schriftzug zu lesen ist.

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All das hilft bei der Identifizierung, denn der heutige Maybach hat nichts mehr mit dem von „damals“ zu tun, also mit diesen gewaltigen und einigen Hunderttausend Euros teuren Geschossen, die quasi im Auftrag von dazumal Daimler-Chrysler gebaut worden waren. Maybach, 1909 gegründet und für Motorenbau zuständig, gehörte da schon längst dem Premium-Autohersteller und wurde 2002 damit beauftragt, die exklusiven Maybach-Limousinen zu bauen. Zehn Jahre später musste jedoch damit Schluss sein, weil das Geschäft sich nicht als genügend lukrativ erwies.

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Und jetzt? Maybach ist wieder da, aber als Submarke von Mercedes, so wie es jetzt ja auch „Mercedes-AMG“ heißt. Das bedeutet auch, dass die Mercedes-Maybach-Modelle heute im Prinzip noch schickere S-Klassen sind – daher auch das „S 600“-Emblem auf dem Heck. Also: Mercedes-Benz S 600 = S-Klasse. Mercedes-Maybach S 600 = S-Klasse mit noch mehr PLatz und Chi-Chi. Von der regulären S-Klasse zu unterscheiden beispielsweise durch die drei Doppellamellen im Grill, die dominante Kühlerverkleidung sowie diverse Doppelzierstäbe im Stoßfänger und in den Lufteinlässen vorne. Hinten findet sich dann, wie gesagt, der Maybach-Schriftzug, Chrom-Endrohrblenden und Chrom-Doppellamellen im Stoßfänger.

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Viel Geld muss man für die Modelle zur Markteinführung im Februar 2015, Mercedes-Maybach S 500 oder S 600, zwar noch immer auf den Tisch legen, aber eben längst nicht so viel wie – genau, damals. Das von mir getestete Flaggschiff der Mercedes-Modellpalette (S 600) kostet ab 187.841,50 Euro. Dafür gibt es zum Beispiel Executive-Sitze im Fond, Panoramadach, Duft-Paket (Agarwood heißt der exklusive Maybach-Innenraum-Duft) oder Chaffeur-Paket serienmäßig. Ins Leder geprägte Maybach-Wappen, eine IWC Analogugr im Armaturenbrett, Edelholzzierleisten, Chrom-Applikationen oder versilberte Champagnergläser sorgen für noch mehr Exklusiv-Gefühl. Und selbstverständlich der 6-Liter-V12-Biturbomotor, der 530 PS und 830 Newtonmeter leistet. Zusammen mit dem aktuellsten automatischen 7G-Tronic-Plus-Getriebe geht’s von Null auf Hundert in 5 Sekunden – das ist jetzt nicht sooo schlecht, wenn man bedenkt, dass der Kleine mal eben 2,3 Tonnen wiegt.

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Der Kleine ist übrigens ganz schön groß geworden, gute 20 Zentimeter länger als die Langversion der S-Klasse. Beim Fahren merkt man den Zuwachs nicht wirklich, wohl aber in Sachen Raumgefühl. Ist der Sitz einmal in Liegeposition gebracht, kann ich meine Beine lang ausstrecken, ohne den Vordersitz zu berühren – und ich bin 1,84 Meter groß. Sind die Beine nicht lang, versinken die Füße regelrecht in einem flauschigen Teppich – der leider weiß ist. Da hatte ich schon ziemlich Hemmungen, einzusteigen. Auch die Kopffreiheit im Fond wurde erhöht. Für Fondpassagiere ist die Mercedes-Maybach S-Klasse laut Mercedes die leiseste Serienlimousine der Welt. Dazu tragen spezielle Dichtungen und Dämmungen im Bereich der Einzelsitze bei.

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Da ich aus Zeitgründen nicht selbst gefahren bin – außerdem ist es eh ein Wagen für den Chaffeurbetrieb – entfällt mein Fahreindruck. Der Kollege Jan Gleitsmann jedoch war, wie sollte es anders sein, positiv beeindruckt, genauso wie Jens Stratmann.
Ich bin es auch, wenngleich ich meine Zeit im Auto nur mit Musikhören dank High-End 3D-Surround-Burmester-Soundsystem, aus dem Fenster gucken oder Spielereien auf meinem Display (an den Vordersitzen angebracht) verbracht habe. Ach ja. Und Dösen. Und Jan dazu auffordern, die Farbe des Ambient-Lights zu ändern.

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Fotos: Sauer, Stratmann