Testfahrt
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2015 Mercedes-Maybach S 600
Probesitzen und gefahren werden

Das Ganze in Videoform seht ihr hier, bei Ausfahrt.tv auf Youtube:

Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Maybach her…
Der 2015 Mercedes-Maybach S 600 ist das bisher luxuriöseste Auto, das ich bisher sehen und testen durfte. Gesehen habe ich das Schlachtschiff bereits im November auf der LA Auto Show – und mich schon da bei der gemeinsamen Moderation mit der Crew von Fast Lane Daily enttäuscht darüber geäußert, dass der Wagen statt des Maybach-Logos den Stern auf der Motorhaube trägt. Die beiden „M’s“ prangen stattdesen als Emblem auf beiden C-Säulen, während auf der linken Kofferraumklappenseite der gesamte „Maybach“-Schriftzug zu lesen ist.

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All das hilft bei der Identifizierung, denn der heutige Maybach hat nichts mehr mit dem von „damals“ zu tun, also mit diesen gewaltigen und einigen Hunderttausend Euros teuren Geschossen, die quasi im Auftrag von dazumal Daimler-Chrysler gebaut worden waren. Maybach, 1909 gegründet und für Motorenbau zuständig, gehörte da schon längst dem Premium-Autohersteller und wurde 2002 damit beauftragt, die exklusiven Maybach-Limousinen zu bauen. Zehn Jahre später musste jedoch damit Schluss sein, weil das Geschäft sich nicht als genügend lukrativ erwies.

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Und jetzt? Maybach ist wieder da, aber als Submarke von Mercedes, so wie es jetzt ja auch „Mercedes-AMG“ heißt. Das bedeutet auch, dass die Mercedes-Maybach-Modelle heute im Prinzip noch schickere S-Klassen sind – daher auch das „S 600“-Emblem auf dem Heck. Also: Mercedes-Benz S 600 = S-Klasse. Mercedes-Maybach S 600 = S-Klasse mit noch mehr PLatz und Chi-Chi. Von der regulären S-Klasse zu unterscheiden beispielsweise durch die drei Doppellamellen im Grill, die dominante Kühlerverkleidung sowie diverse Doppelzierstäbe im Stoßfänger und in den Lufteinlässen vorne. Hinten findet sich dann, wie gesagt, der Maybach-Schriftzug, Chrom-Endrohrblenden und Chrom-Doppellamellen im Stoßfänger.

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Viel Geld muss man für die Modelle zur Markteinführung im Februar 2015, Mercedes-Maybach S 500 oder S 600, zwar noch immer auf den Tisch legen, aber eben längst nicht so viel wie – genau, damals. Das von mir getestete Flaggschiff der Mercedes-Modellpalette (S 600) kostet ab 187.841,50 Euro. Dafür gibt es zum Beispiel Executive-Sitze im Fond, Panoramadach, Duft-Paket (Agarwood heißt der exklusive Maybach-Innenraum-Duft) oder Chaffeur-Paket serienmäßig. Ins Leder geprägte Maybach-Wappen, eine IWC Analogugr im Armaturenbrett, Edelholzzierleisten, Chrom-Applikationen oder versilberte Champagnergläser sorgen für noch mehr Exklusiv-Gefühl. Und selbstverständlich der 6-Liter-V12-Biturbomotor, der 530 PS und 830 Newtonmeter leistet. Zusammen mit dem aktuellsten automatischen 7G-Tronic-Plus-Getriebe geht’s von Null auf Hundert in 5 Sekunden – das ist jetzt nicht sooo schlecht, wenn man bedenkt, dass der Kleine mal eben 2,3 Tonnen wiegt.

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Der Kleine ist übrigens ganz schön groß geworden, gute 20 Zentimeter länger als die Langversion der S-Klasse. Beim Fahren merkt man den Zuwachs nicht wirklich, wohl aber in Sachen Raumgefühl. Ist der Sitz einmal in Liegeposition gebracht, kann ich meine Beine lang ausstrecken, ohne den Vordersitz zu berühren – und ich bin 1,84 Meter groß. Sind die Beine nicht lang, versinken die Füße regelrecht in einem flauschigen Teppich – der leider weiß ist. Da hatte ich schon ziemlich Hemmungen, einzusteigen. Auch die Kopffreiheit im Fond wurde erhöht. Für Fondpassagiere ist die Mercedes-Maybach S-Klasse laut Mercedes die leiseste Serienlimousine der Welt. Dazu tragen spezielle Dichtungen und Dämmungen im Bereich der Einzelsitze bei.

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Da ich aus Zeitgründen nicht selbst gefahren bin – außerdem ist es eh ein Wagen für den Chaffeurbetrieb – entfällt mein Fahreindruck. Der Kollege Jan Gleitsmann jedoch war, wie sollte es anders sein, positiv beeindruckt, genauso wie Jens Stratmann.
Ich bin es auch, wenngleich ich meine Zeit im Auto nur mit Musikhören dank High-End 3D-Surround-Burmester-Soundsystem, aus dem Fenster gucken oder Spielereien auf meinem Display (an den Vordersitzen angebracht) verbracht habe. Ach ja. Und Dösen. Und Jan dazu auffordern, die Farbe des Ambient-Lights zu ändern.

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Fotos: Sauer, Stratmann

 

1 Kommentare

  1. Wow. Der Hammer!
    Aber das mit den Fell-Fussmatten ist ein Scherz, oder? Soll ich da vorher meine Straßenschuhe ausziehen? Oder schweben Maybach-Besitzer durch die Welt? !

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