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Uff Malle lasse wirs knalle #3 –
Klettern, fliegen, abstürzen im
Naturpark La Reserva

Memo an mich selbst: Ich muss dringend an meiner offenbar nicht mehr vorhandenen Armmuskulatur arbeiten. Wäre sie stärker ausgeprägt, wäre ich beim Versuch, meine xy Kilo hochzuhieven, sicherlich nicht so unschön beim Klettern abgestürzt und gegen den Berg geknallt. Nichts passiert, nur ein paar Schrammen und blaue Flecke, schließlich war ich gesichert und hatte einen Helm auf. Auch mein zweiter Versuch, die Steilwand zu erklimmen, schlug fehl. Alles nur, weil Guide Toni mich schlicht ver!§$%&? hatte – der meinte nämlich, links sei es „difficil“, rechts „facil“. Haha. Genau andersrum.
Welche dramatischen Szenen sich abspielten, seht ihr im Video von Mallorca Talks:

Ein paar Minuten später hatte ich es endlich geschafft (dann auf der linken, einfachen Seite) und konnte die oben befestigte Glocke läuten. Wieder unten angekomen, war ich nass geschwitzt und überglücklich. Ich glaube, heimlich bin ich eine Bergziege. Vielleicht liegt es am Sternzeichen Widder? Jedenfalls war der Tag im Naturpark „La Reserva“ einer der schönsten während meines gesamten Mallorca-Aufenthaltes. Eigentlich sogar der schönste: Den ganzen Tag lang Action und körperliche Herausforderungen bei mehr als 30 Grad Hitze und praller Sonne. Ich liebe es!

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Kletterglück1

Nun ist es so, dass dieser Park nicht zwangsläufig zu sportlichen Heldentaten animiert. In erster Linie ein Natur- und Wildpark, bietet er optional auch einen Abenteuer-Parcours an – sofern man den gut halbstündigen Fußweg durch Flora und Fauna hinter sich gebracht hat. Das ist aber dann schon die gehetzte Variante. Ich empfehle: langsam gehen und genießen! Es gibt so viel zu entdecken! Außerdem ist der Boden schön uneben, Stufen aus Stein oder Holz sowie viele Wurzeln fordern ein wachsames Auge. Der Park befindet sich in Puigpunyent, etwa 17 Kilometer von Palma entfernt, am Fuße des Berges „Puig de Galatzo“ beim Tramuntana-Gebirge. Immer wieder gibt es großartige Aussichten auf die Berge, doch man muss nicht weit schweifen, um fasziniert zu sein: gefühlt alle paar Meter rauschen Wasserfälle das Gestein hinab, lassen Höhlen und schwarze Kohle-Flecken auf die frühen Bewohner dieser Gegend schließen. So haben sich beispielsweise die Araber, die schon im 10. Jahrhundert die Insel erobert hatten, hier aufgehalten. Darauf lassen beispielsweise die weitläufigen Terrassen im Inneren des Parks schließen. Als 1229 König Jakob I. mit tausenden Schiffen an Land kam, um die Insel von den Arabern zu „befreien“, suchten sie Zuflucht unter anderem in dem insgesamt 2,5 Millionen m² großen Gelände – vergebens.

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Erst 1986 wurde aus dem Gebiet ein Park, der im Oktober 1992 offiziell eröffnet wurde. Heute leben hier Bären, Mufflons, Ziegen, Schafe, Esel, Strauße, Emus, Gänse, Enten, Pfaue und viele andere Vögel. Insbesondere die gefiederten Tiere leben, bis auf einige Ausnahmen, in völliger Freiheit. Auf die Pfaue trifft man überall, und diverse schillernde Federn haben jetzt einen dekorativen Platz in Babsis Wohnung gefunden. Die Vögel fühlen sich in dem jagdfreien Gebiet sicher und können ungestört brüten. Es gibt aber auch eingezäunte Areale, wo sich dann die Ziegen und Co. aufhalten, sowie Käfige. Die Tiere, die hinter jenen Gittern leben, tun dies aber nur, weil sie sonst dem Tode geweiht wären. Es sind beispielsweise verletzte Eulen oder Milane, die erblindet sind oder nur noch einen Flügel haben. Im Reservat verbringen sie ihren Lebensabend, regelmäßig gepflegt und gefüttert. Selbst die beiden Bären sind nur deshalb da, weil sie sonst getötet worden wären. Sie kommen aus Rumänien, wo sie für Show-Zwecke missbraucht worden waren. Als dies verboten wurde, gelangten sie nach Mallorca. Ein deutsches Paar nahm sich ihrer an, indem sie den Park kontaktierten, ein Gehege bauen ließen und für ihre Verpflegung viele Jahre im Voraus bezahlten.

Bärenleben

Nach dem langen Fußweg – der übrigens durchweg schattig ist – gelangt man auf einen großen Platz. Hier gibt es eine Bar, die kleine Gerichte wie Kartoffeln mit Allioli, Sandwiches oder Bratwurst und Getränke anbietet. Auch ein Barbecue-Haus ist vorhanden, in welchem die Grills quasi immer Feuer haben. So kann, wer mag, jeder sein eigenes Grillgut zubereiten und genießen. Das muss übrigens nicht mitgeschleppt werden, sondern wird von Mitarbeitern mit dem Auto über eine kleine Offroad-Strecke direkt zum BBQ transportiert. Wer Abkühlung braucht, findet diese in den – in diesem Fall künstlich angelegten – Wasserfällen. Von diesem Platz aus kann auch die Abenteuer-Tour starten. Zweimal täglich (morgens und abends) wird diese angeboten, eine vorherige Buchung ist nicht notwendig. Kostet der Eintritt für Erwachsene für den Park 14 Euro, werden für das „aventura“ noch mal 14 oder 28 Euro (Erwachsene) fällig. Tour 1 beinhaltet die drei „Zipline“ oder auch „Flying Fox“ genannten Flüge über und durch das Areal an einem Drahtseil sowie das Bezwingen einer tibetanischen Brücke – Achtung, wackelig!
Tour 2 liefert das volle Programm: Ziplining, 4 fiese Brücken und Felsenklettern. Auch, wenn es nicht ganz günstig ist, lege ich jedem diese Tour ans Herz! Im Preis inbegriffen sind Tourguide und Versicherung, Vorerfahrung ist nicht notwendig. Wohl aber Schwindelfreiheit und ein Hauch von Balance. Aber keine Bange, man ist stets gesichert und befestigt, wenn man versucht, über ein Drahtseil zu eiern – was nicht immer einfach ist, wenn dein Guide meint, ordentlich daran wackeln zu müssen! Beim Ziplinen hängt man in einem Geschirr an einem Drahtseil, das bis zu 400 Meter lang ist. Von der jeweiligen Plattform aus nimmt man am besten Anlauf, springt ab und suuuuurrrrrrrrrrt – je nach Gewicht – in einem Affentempo durch die Luft. Schon spannend, wenn gestandene Männer plötzlich das Quieken und Schreien anfangen!

Zipline

Auf mich hat die Mischung aus Natur, Action, Spaß und den vielen Tieren, denen es offensichtlich gut geht, ausschließlich positiv gewirkt. „Sarah, du solltest hier arbeiten“, sagte Babsi denn auch am Ende des Tages und in Anbetracht meines Dauerstrahlens zu mir – was witzig war, denn bei patatas con allioli schmiedete ich in der Tat schon heimlich Auswanderungspläne…

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Weitere Infos:

La Reserva Puig de Galatzó
Predio Son Net s/n, Puigpunyent. Mallorca
Telefon: (0034) 971 616622 (Park) oder 971 728786 (Office)
Email: info@lareservamallorca.com
www.lareservamallorca.com

Disclosure: Babsi und ich wurden vom Park eingeladen – was meiner Objektivität keinen Abbruch tut und im Reisejournalismus gang und gäbe ist.

Uff Malle lasse wirs knalle #2 – Verliebt in ein knuspriges Huhn im Quay

Ich hätte nicht gedacht, dass man sich in Trance essen kann vor lauter Glückseligkeit. Ich esse ja grundsätzlich gerne. Dabei bin ich kein Gourmet in dem Sinne, mit crazy Innovationen á la Hummerschaum an karamellisierten Bambussprossen auf einem Bett aus sautiertem Chicorée beispielsweise kann man mich jagen. Serviert man mir Bratkartoffeln mit Spiegelei hingegen, bin ich der glücklichste Mensch der Welt. Einfach, ehrlich und lecker – so muss Essen für mich sein. Und dann entführte mich Freundin Babsi von Mallorca Talks zum LoftOtel Canet (so die eigene Schreibweise) in Esporles.

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Schon die gesamte Finca-Anlage am Fuße des Tramuntana-Gebirges versetzte mich in Entzücken. Die Gebäude wurden vor mehr als drei Jahrhunderten einmal zur Ausbildung von Bauern genutzt, heute sind es liebevoll restaurierte und aufgehübschte Lofts. Doch nicht nur die Wohnungen sehen gut aus, das ganze direkte Umfeld ist eine Ausgeburt an geschmackvoller Kreativität. An beinahe jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken – antike (Gebrauchs-) Gegenstände, Blumenarrangements, selbst gemalte Bilder oder selbst kreierte Skulpturen – ihr werdet den Fotoapparat nicht mehr aus der Hand legen können!

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Aber ich schweife ab. Zum Hotel gehört also auch das Restaurant „Quay – Nature based food“. Und von der Natur gibt es hier viel, insgesamt gehören zu dem Fincahotel noch 40.000 Quadratmeter Land! Dazu gehört zum Beispiel auch ein Biogarten, in dem sich Küchenchef Marcelo Rappold regelmäßig aufhält, sofern er nicht hinterm Gasherd in der Küche steht. Marcelo ist ein Hamburger Jung mit blondem Wuschelhaar, blitzblauen Augen sowie peruanisch-argentinischen Wurzeln, der sich nach einer „vernünftigen“ Ausbildung zum Versicherungskaufmann schließlich seinen Traum vom „vernünftigen“, sprich nachhaltigen Kochen erfüllte.

Marcelo Rappold kann es einfach!   Foto: Mallorca Talks

Marcelo Rappold kann es einfach! Foto: Mallorca Talks

Er lernte erst im „Vier Jahreszeiten Casino“ in Travemünde, im Szenerestaurant „Au Quai“ in Hamburg – wo auch Tim Mälzer kochte – und landete schließlich in Andratx auf Mallorca. Dort lernte er seine jetzige Freundin Dani kennen, die ihrerseits zusammen mit einem guten Freund und Geschäftspartner das Lofthotel Canet übernahm. Mit den riesigen landwirtschaftlichen Flächen wurde aus dem Koch Marcelo auch ein Gärtner und Bauer. Für den Restaurantbetrieb versucht er so viel wie möglich aus eigenem Anbau zu nutzen, da ist nichts genmanipuliertes oder gar chemisch Behandeltes bei. Gesunde, leichte, moderne, mediterrane Küche mit lokalen oder eigens angebauten Produkten – das ist, wofür Marcelo lebt. (Die ganze Geschichte könnt ihr gerne bei Babsi nachlesen, die hatte im Gegensatz zu mir mal Zeit, ihn ausführlich zu interviewen!).

Keine Chemie, reine Natur      Foto: Mallorca Talks

Keine Chemie, reine Natur Foto: Mallorca Talks

Und ich hätte nie gedacht, dass es so viel ausmachen kann, wenn man all dies weiß und den Koch selbst auch einmal kennengelernt hat. Zu wissen, dass da jemand steht, der Konservierungsstoffe und alles Künstliche verabscheut, der eigenhändig die Kräuter für deinen Salat oder die Soße gepflückt hat, der sich einen Kopf darum macht, dass du leichtes, aber dennoch sättigendes und gut schmeckendes Essen auf den Teller bekommst – das ist der Knaller.

Als ich das erste Mal dort war, habe ich – die eigentlich die meiste Zeit über Vegetarierin ist und zudem über Fischstäbchen nicht hinaus kommt – eine Art Frühlingsrolle gefüllt mit Gemüse und Tunfisch und anschließend mallorquinisches Schweinegeschnetzeltes gegessen. Ich war eine halbe Stunde lang nicht mehr ansprechbar, so entrückt war ich. Dazu noch ein Glas Traubensaft, eisgekühlt und selbst gemacht, versteht sich, danach noch Hierbas, ein klassisch-mallorquinischer Kräuterschnaps, selbst angesetzt, claro. Zum Glück konnte ich Marcelo nach dem Essen noch einmal persönlich ansprechen: Die Küche befindet sich in einem kleinen Gebäude direkt neben der schattigen Terrasse des Restaurants, das Fenster steht immer offen. Eher zurückhaltend lauschte Marcelo meinen Lobeshymnen, eine Hand an der Pfanne, ein Arm hinter dem Rücken verschränkt. Er lächelte scheu, aber irgendwas lässt mich spüren, dass es ihn ganz heimlich doch freut – und tatsächlich, mit unverkennbar norddeutschem Akzent sagte er: „Das war auch mit viel Liebe gemacht!“ Der Punkt ist: Das nimmt man ihm unbedingt ab.

Ein klitzekleiner Teil der riesigen Finca Foto: Mallorca Talks

Ein klitzekleiner Teil der riesigen Finca Foto: Mallorca Talks

So. Und warum genau bin ich jetzt in ein knuspriges Huhn verliebt? Weil Babsi und ich noch mal dort waren. Weil wir eigentlich nur einen Traubensaft trinken wollten und noch Videoaufnahmen machen mussten. Und ganz eigentlich wollte ich gar nichts zu mir nehmen, weil mir nämlich die Hitze ziemlich auf den Magen schlägt und ich seit meiner Ankunft doch einige Probleme mit Übelkeit und Co. habe*. Marcelo nahm das zum Anlass, mir sofort einen frischen Ingwertee zu kochen. Außerdem fragte er mich, ob wir nicht auch was essen wollten – der Mann will halt echt gerne kochen!! Also gut, Speisekarte bringen lassen, mich gelüstete es prompt auch wieder nach Fleisch, trotz Magen, trotz „Vegetarismus“. Heißt: Knusprige Huhnroulade gefüllt mit Pilzen, dazu Gemüse und Kartoffeln – das sprach mich an. Ehrlich, einfach, lecker – genauso, wie ich es mag, allerdings dazu eben noch „Bio“ und mit viel Liebe gekocht. Als schließlich der Teller vor mir stand (schnell geht das!) und ich zu essen begann, musste Babsi mehrmals lachen. Offenbar war mein Gesichtsausdruck, gelinde gesagt, blöde. Halt so verzückt. Entrückt. Abwesend. Es gab nur noch das knusprige Huhn und mich. Wirklich. Jede Gabel ein Genuss. Und ich schwöre, dass es stimmt, wenn ich sage, dass von Übelkeit und Co. nichts mehr zu merken war!

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Und ich schwöre auch, dass ich dort noch ein drittes Mal essen werde. Und hoffentlich noch viele Male mehr. Eigentlich möchte ich so einen Marcelo bei mir zuhause haben.

* (Wie ich jetzt weiß, leide ich an einer Weinunverträglichkeit. Praktisch, in so einem mediterranen Land. Sobald es ein Glas Vino gab, ging die Nase zu und der Magen rebellierte).

Infos:

Restaurant Quay im LoftOtel Canet.
Ctra. Esporles, km1 – 07190 Esporles. Mallorca. (Spain).
Tel.: +34 971 611 777

Das Restaurant Quay ist montags geschlossen.
Ein 3-Gang Mittagsmenü für unter 20 Euro gibt es im Sommer nur am Wochenende.
Im Winter ist das Restaurant FR, SA und SO geöffnet.

http://www.weloftcanet.com/de/restaurant-mallorca

Fotos: Sarah Sauer und Babsi Röss (extra gekennzeichnet)

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Uff Malle lasse wirs knalle #1 – Sit Down Paddling weil wegen Knie

Endlich Urlaub. Zwei Wochen Mallorca. Und dazu noch das große Glück, jemanden zu kennen, der – bzw. die – auf der Insel lebt: Barbara aka Babsi Röss. Babsi kenne ich seit elf Jahren, sie ist ebenfalls Journalistin und Bloggerin.  Erst vor vor drei Jahren habe ich sie das erste Mal besucht. Dazumal hatte ich auf irgendeiner Restauranttoilette den Edding-Schriftzug „Uff malle lasse wirs knalle“ gefunden – und habe beschlossen, dies nun zu meinem Motto für diesen Urlaub zu machen.

Babsis Balkonausblick

Babsis Balkonausblick

In der Zwischenzeit hat sich einiges getan: Babsi hat zum Beispiel im vergangenen November ihren Blog www.mallorca-talks.com hochgezogen. Darin wird deutlich, dass Mallorca verdammt noch mal so viel mehr ist als – Achtung, Klischees – Ballermann, Sangria, Magaluf und seine rothäutigen Briten sowie Sandalen tragende Deutsche – Socken in Sandalen tragende Deutsche, die kurz nach Sonnenaufgang ihre Liegen mit einem Handtuch reservieren. (Sie tun es wirklich. Nach wie vor. Viele).

Mein Glück besteht darin, dass ich an Babsis etwas anderem Inselerleben teilhaben darf. Oder dass ich zumindest mehr tun kann, als nur am Strand zu liegen und einen Kreislaufkollaps zu bekommen, weil ich konsequent auf Schatten verzichte. Das könnte schließlich den Bräunungsprozess massiv beeinträchtigen.

Noch wenige Stunden vor Abflug war eigentlich, bis auf Ponyreiten, nichts wirklich geplant. Und dann kam alles Schlag auf Schlag. Daran gewöhnt man sich, wenn man mit Babsi befreundet ist – plötzlich passiert ganz viel. Und so stand spätestens nach der äußerst unsanften Landung der Ryanair-Maschine vergangene Nacht (Adrenalin pur!) und dem obligatorischen Applaus der Mitflieger (warum!?) folgendes Programm: Stand Up Paddling (SUP), Salsa tanzen, Bootsausflug, Piratenhöhle erobern, Ponyreiten, Schnorcheln, Clubszene unsicher machen und eine Juice-Woche. Gut, letztere ist mehr so ambitioniertes Wunschdenken.

Vielmehr startete also mein erster Tag mit SUP. Das hatte ich vor zwei Jahren auf Curacao schon mal gemacht und war sehr angetan davon. Als ehemalige Kanutin mag ich die Kombi aus Wasser, Sonne, paddeln und Balance finden. Das mit der Balance meine ich im wahrsten Sinne des Wortes. Balance im Kanu auf der Ruhr geht ja noch. Kann aber auch durchaus schon mal herausfordernd sein. Das ist aber nichts im Vergleich zu
– Balance auf einem Board
– auf dem Mittelmeer
– bei Wind und Wellen
– stehend
– mit angeschlagenem Meniskus rechts
zu finden.

Ihr findet Patricia und Jörg an der Hotelbar Villamil in Paguera

In Sachen SUP findet ihr Patricia und Jörg an der Hotelbar Villamil in Paguera

Bei Jorge (sprich: Choche) Sports in Paguera, westlich von Palma, durften wir uns genau davon überzeugen. Hinter Jorge Sports stecken Patricia Hartmann (32) und ihr Partner Jörg Birkel (42), die im Dezember 2013 ihre Zelte in Köln abgebrochen haben, um auf Mallorca durchzustarten. Die beiden sind so sportlich, wie ich es noch nicht mal in meinen Träumen sein werde. Jörg ist Dipl.-Sportwissenschaftlicher und Sportjournalist, Patricia Heilpädagogin und ebenfalls von Haus aus sportbegeistert. Für beide war der richtige Zeitpunkt gekommen, sich neu aufzustellen: „15 Jahre Büro sind einfach genug“, sagt Jörg. Außerdem sehnte er sich danach, sein Wissen nicht nur theoretisch in zahlreichen Artikeln oder in Buchform weiterzugeben, sondern praktisch und im direkten Kontakt zu Gleichgesinnten. Deshalb bieten die beiden in der Nebensaison beispielsweise Rennradreisen, Crosstraining Camps, Family Triathlon Camps, Street Workouts, Personal Trainings uvm. an. Seit Kurzem, genauer seit Juli 2015, kommen auch Paddel-Fans und solche, die es noch werden wollen, bei den beiden auf ihre Kosten. Am Strand, wo auch die Bar des Hotels Villamil liegt, können Interessierte Touren buchen oder die Boards ausleihen – sogar mitnehmen! Das funktioniert, weil es sich um so genannte Softboards handelt, also solche, die aufblasbar sind. Luftlos finden sie in jedem Auto Platz und können schließlich direkt vor Ort mit der beiligenden Pumpe aufgeblasen werden. Premiere für mich, mit Softboards hatte ich es bisher noch nicht zu tun. Auf dem ersten Blick habe ich aber noch nicht mal realisiert, dass es sich um die aufblasbare Variante handelt.

Babsi und ich haben aufs Pumpen verzichtet, sind in Paguera geblieben und haben uns zusammen mit Jörg direkt ins Wasser gewagt – nachdem wir elfengleich und qietschend über den sauheißen Sand gesprintet sind, Paddel in der linken Hand, Board an der Schlaufe in der rechten. Danach wirken selbst die 28 Grad Wassertemperatur erqickend kühl.

Dann hieß es: Platz nehmen! Erst mal walfischähnlich locker aufs Board gesetzt, nachdem wir es mit der Fußfessel gesichert hatten. Beine beide aufs Brett, paddeln. Paddeln ist nicht gleich paddeln. Wie viel man dabei falsch machen kann, werde ich spätestens morgen bemerken – #Muskelkater. Gekonnt ist es, wenn man das Paddel eben nicht mit reiner Muskelkraft aus den Armen heraus durchzieht, sondern eher geschmeidig leicht unter Zuhilfenahme des Oberkörpers. Kurven fahren, stoppen, geradeaus fahren – Jörg weist uns mit ruhiger Stimme ein. Läuft. Naja, mal mehr, mal weniger. Wir platschen gemütlich durch die niedrigen Wellen. Nächste Stufe: Knien!

Jetzt wird’s spannend. Macht mein Knie das mit? Zwei Kreuzbandrisse rechts haben ihre Spuren hinterlassen, schon allein deshalb, weil das Gewebe um die Narben herum sich so widerlich anfühlt, ist das Knien nicht gerade angenehm. Und dann ist da ja noch die Sache, dass es lustigerweise genau zwei Wochen vor meinem Urlaub verdächtig im Knie geknackst hat. Die ersten Tage danach waren Mist, jetzt kann ich wieder geradeaus laufen, aber stabil ist das Bein nicht wirklich. Doch: Knien geht. Mit der Balance wird’s jetzt allerdings merklich schwieriger. Und schließlich versuche ich, mich hinzustellen. Immerhin heißt die Schose ja „Stand Up Paddling“. Während Babsi schon durch die Wellen pflügt und Jörg das Ganze Go-Pro-technisch dokumentiert, übe ich meinen Eiertanz. Ja, ich stehe. Aber nur kurz. Ich falle zwar nicht, bin aber kurz davor. Gekonnt ist was anderes.

Nee, komm, ich lasse ich mich lieber wieder auf alle vier Buchstaben plumpsen und mache im Sitzen weiter. Bei dieser Sportart ist definitiv die Kraft der zwei Beine gefragt, und zwar zwei funktionierender Beine. Meine rechte Hälfte ist aber definitiv zu instabil, um die Wasserbewegungen plus Paddelbewegungen auszubalancieren. No Risk, No Fun, sagt man ja so, aber diesmal ohne mich. Während Babsi graziös ein paar mal die Wasseroberfläche knutscht, halte ICH mich hingegen vortrefflich. Glaube ich. Aber hey! Ehrlich gesagt macht SUP auch im Sitzen Laune. Dann halt eben Sit Down Paddling. Kommt eben drauf an, was man draus macht.

Wer sich jedoch stehend fortbewegt, kommt in den Genuss eines Ganzkörperworkouts, erklärt Jörg. Das permanente Balancehalten betrifft nicht nur die Beine, sondern auch die Rumpfmuskulatur, und mit dem Paddeln wird schließlich auch der Rest aktiviert. Arme, Schultern, Rücken – ihr werdet euch bislang unbekannte Muskelareale spüren!

Das Schöne am SUP ist, dass sich Erfolgserlebnisse relativ schnell einstellen„, sagt Patricia. Klar, am Anfang ist alles etwas wackelig und es kostet ein Stück weit Überwindung, sich hinzustellen, doch einmal im Flow, ist Stand Up Paddeln ein schönes Erlebnis.

Schade, dass mein Kniegelenk so angeschlagen ist, denn zu gerne hätte ich eine der beiden Touren gemacht: entweder an der Küstenlinie entlang nach Cala Fornells oder zur El Chiringuito Bar in Costa de la Calma – Kaltgetränk genießen!

 

Infos:
SUP von Jorge Sports wird in der Hauptsaison angeboten. Zu finden an der Strandpromenade des Hotels Villamil in Paguera. Kurse und Touren nach Absprache von
Mo – Sa, 11 bis 17 Uhr.
Mietpreis pro Stunde: 15 Euro, mit Residentenrabatt 10 Euro
Tour nach Cala Fornells: 60 Minuten, 25 Euro
Tour zur Chiringuito Bar: 90 Minuten, 25 Euro
Mehr Infos unter: http://jorge-sports.com/ oder www.sup-mallorca.de

 

 

*Disclosure*
Jorge Sports hat uns zum Schnupper-Paddeln eingeladen.

 

Frauen im Motorjournalismus – zu Gast bei Motordialog

Motordialog ist ein neues Portal für (Motor-) Journalisten, das einige Kolleginnen und einen Kollegen sowie mich im Mai 2015 zu einer Gesprächsrunde eingeladen hatte: „Allein unter Männern – Frauen im Motorjournalismus war das Thema, moderiert von Autopapst Andreas Keßler und Sarah Elßer. Die Atmosphäre vor Ort war angenehm entspannt, ich allerdings schon ziemlich angespannt – realisierte ich doch, dass ich es eher gewohnt bin, Fragen zu stellen als befragt zu werden.

Apropos Fragen stellen: Genau das war bei mir zu Beginn meiner Tätigkeit als Autojournalistin ein, sagen wir ehrlicherweise mal, „Schwachpunkt“. Heißt: War mir etwas nicht ganz klar, hatte ich Hemmungen, nachzuhaken – nicht bei den Herstellern, sondern beispielsweise in den abendlichen Benzingesprächen mit den Kollegen oder während der Autotestfahrten. Als Journalistin ist es mein Job, Fragen zu stellen, zu recherchieren – interessanterweise fiel mir genau das in der Autobranche zumindest in der Anfangszeit nicht immer leicht.
Eine self-fulfilling prophecy, wie Andreas Keßler im Gespräch ganz richtig auf den Punkt brachte. Aus der Befürchtung heraus, als Frau und Neuling in der Branche unter vermeintlich gestandenen männlichen Autojournalisten, die den Job zudem in den meisten Fällen schon seit Jahrzehnten machen, uncool dazustehen, kann genau das passieren. Zack, Klischee bedient.
Nach einigen Fahrveranstaltungen aber wurde klar – jeder kocht sein eigenes Süppchen, und zwar auch mit Wasser. Es gibt die, die einen links liegen lassen, die, mit denen man sich auf Anhieb gut versteht und aus denen bis heute gute Freundschaften geworden sind, es gibt die, die ihr Wissen nett und selbstverständlich teilen und die, die dabei andere abwerten. Ich betrachte es als „learning“. Letztlich teilen wir alle wenigstens eines: die Passion zum Auto(-fahren).

If it bleeds it leads – Trauma und Journalismus

Stell dir vor, du arbeitest als Reporter für einen Lokalsender oder eine Zeitung. Plötzlich stürmt ein Jugendlicher die Räume einer Schule und schießt um sich.

Stell dir vor, auf der Bundesstraße nebenan ist ein schwerer Unfall passiert. Du sollst hin, mit der Polizei sprechen, Fotos machen.

Stell dir vor, die ganze Stadt feiert. Loveparade. Du bist vor Ort, lässt dich mitreißen, alles ist gut. Und plötzlich sterben Menschen.

Vor zwei Jahren hatte ich die Möglichkeit, an einem aufschlussreichen und intensiven Seminar in Rendsburg teilnehmen zu können. „Amok, Unfälle, Katastrophen – Umgang im Lokaljournalismus“, organisiert vom Dart Centre Europe. Nein, hier geht es nicht um den Dart-Sport, sondern darum, wie Erkenntnisse aus der Traumaforschung im Journalismus zum Einsatz kommen können- und können sollten.

Das Dart Centre ist kurz zusammengefasst ein Netzwerk, das sich als Forum und als Ressource versteht, um die sensible und sachkundige Berichterstattung über Tragödien und Gewalt zu fördern.

Wann immer ich anderen gegenüber die Wortkombination aus „Journalismus und Trauma“ fallen ließ, schaute ich entweder in Fragezeichen-Augen oder mein Gegenüber sagte: „Ah, geht es da um so was wie Kriegsreporter?“
Das geht natürlich schon in die richtige Richtung. Kollegen, die in und aus Krisengebieten berichten, werden meist mit Extremsituationen konfrontiert. Krieg, Krankheiten, oder (Natur-) Katastrophen verursachen menschliches Leid. Damit werden Journalisten ungefiltert konfrontiert.

Doch menschliches Leid begegnet uns auch auf lokaler Ebene.

Auch das sind schwierige journalistische Einsätze. Direkt hier, vor Ort, vor deiner Haustür.

Du musst berichten. Aber wie?

Mit wem sprichst du vor Ort? Was fragst du jemanden, der der Massenpanik entkommen ist? Was, wenn du plötzlich den Eltern gegenüber stehst, die ihr Schulkind an diesem Morgen zuletzt lebend gesehen haben? Was, wenn dich das Bild auf der Bundesstraße nicht mehr loslässt? Welche Bilder fängst du ein? Welche werden publiziert? Welche Überschrift denkst du dir aus?
Wie geht es dir selbst?

O horror, horror, horror! Tongue nor heart cannot conceive nor name thee!

(Macduff in Shakespeare’s Macbeth)

Nun haben die Freie Universität Berlin und das Dart Center Deutschland/Europe erstmals einen Lehrfilm zum Umgang von Medien mit der Darstellung hochexpressiver, zielgerichteter Gewalt (Amokläufe u.a.) erstellt. Er wird am 16. Juni 2015 in Berlin präsentiert.

Die Doku heißt „media running amok?“. An dieser Stelle möchte ich die entsprechende Webseite zitieren:
„Darin erläutern Betroffene wie Gisela Mayer vom Aktionsbündnis Winnenden, ehemalige Schüler der Albertville-Realschule, Frank Nipkau vom Waiblinger Zeitungsverlag sowie Experten aus dem TARGET-Verbund und dem zugehörigen Beirat, wie sich das Verhalten der Medien und die Berichterstattung auf Betroffene auswirkt und Gewalttaten durch Täterdarstellungen sogar fördern können.
Der Film, der vom Deutschen Presserat und dem Aktionsbündnis Winnenden unterstützt und dessen Produktion vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert (BMBF) wurde, kann ab Mitte Juni 2015 bei der Freien Universität Berlin kostenlos angefordert werden. Er ist für die Aus- Fort-, und Weiterbildung Medienschaffender einsetzbar.“

Hier der Trailer zum Film:

Journalisten haben die Aufgabe, zu informieren. Dabei haben sie es, egal wo, mit Menschen zu tun. Zur Sorgfaltspflicht eines Journalisten gehört es nicht nur, sauber zu recherchieren und arbeiten. Dazu gehört auch der behutsame Umgang mit dem Gegenüber und schließlich auch mit sich selbst.

Meiner Meinung nach kommen diese Aspekte in der Ausbildung viel zu kurz. Doch sie sind da, die Möglichkeiten der Weiterbildung. Ich hoffe, dass das Thema mehr und mehr an Präsenz gewinnt.

Blogger Auto Award 2015 – Die Ergebnisse

Es ist das 4. Mal seit 2012, es sind 12 Kategorien, es sind jeweils 1, 3 und 5 Punkte zu vergeben und es sind 25 Blogger aus Deutschland und Österreich, die beim Blogger Auto Award 2015 mitgemacht haben. Das sind 3 Teilnehmer weniger als im vergangenen Jahr und eine Kategorie mehr als in 2014. Der Bereich SUVs wurde in kleine und große SUVs gesplittet. Demzufolge wurden Bewertungen in folgenden Bereichen abgegeben: Minicars, Kleinwagen, Kompaktklasse, Mittelklasse, Obere Mittelklasse, Luxusklasse, Sportwagen, Cabrios, kleine SUVs, große SUVs, Vans und Elektrofahrzeuge.

Gesamtwertung
Die Gesamtwertung mit der höchsten Punktzahl von 89 Punkten hat der Tesla S in der Kategorie Elektrofahrzeuge gewonnen. 2014 war es noch das Jaguar F-Type Cabrio, das mit 95 Punkten abgeräumt hat. Der findet sich jetzt mit 69 Punkten auf dem zweiten Platz wieder, den er sich mit der Mercedes-Benz V-Klasse punktgleich teilt. Platz 3 belegt – das ist eine Überraschung – wieder der Tesla S, denn mit 60 Punkten erreichte er auch die Erstplatzierung in der Luxusklasse. So schaffte es der Tesla S, zwei Kategorien für sich zu entscheiden.

F-Type Cabrio: Hab ich mich erschrocken!
Immerhin ist das F-Type Cabrio noch immer auf dem ersten Platz in seiner eigenen Kategorie „Cabrio“, wenngleich ich persönlich das nicht wirklich nachvollziehen kann. Der Tester, den ich 2014 fahren durfte, hat mich richtig erschrocken. Ich war enttäuscht von der Qualität des Interieurs bzw. von der Verarbeitung der Materialien. Obwohl das Auto selbst ziemlich neu war, mutete der Innenraum gammelig-verbraucht an, während außen an manchen Stellen bereits grünes Zeugs wuchs, das an meinem 10 Jahre alten Fiat Punto eine Existenzberechtigung hat, nicht aber an einem Neuwagen. Zusammen mit dem Sound, der mich nicht vom Hocker gerissen hat und mit dem Gedanken an einen PREMIUMhersteller im Hinterkopf, war ich schlicht, um es noch mal zu sagen, enttäuscht. Ich würde mich allerdings dazu hinreißen lassen, einfach nur „Pech“ gehabt zu haben. Vielleicht war es ein „Montagsauto“. Schließlich wird die sehr gute Wertung durch die Kollegen nicht von ungefähr kommen.

Wieder mal gewonnen
Wer konnte in diesem Jahr noch seinen ersten Platz verteidigen? Der Opel Adam. Mit 49 Punkten in der Kategorie Minicars läuft er dem Abarth 500 und Mini Coupé den Rang ab. Die Unvernunft in mir hätte ja stattdessen gern die Fiat-Knallbüchse vorn gesehen, weil viel emotionaler als der Adam – doch der Rüsselsheimer mit seinen unzählbaren Individualisierungsmöglichkeiten scheint auf mehr Gegenliebe zu stoßen. Meiner Argumentation zum Trotz habe ich übrigens nicht dem Abarth die vollen fünf Punkte zugestanden, sondern dem Skoda Citigo. Ja, weiter auseinander könnten die beiden nicht sein. Aber ich mag Skoda, ich mag das Simply-Clever-Konzept mit seinen kleinen, aber feinen Extras und ich mag die Preisgestaltung. Letztlich hat sich doch die Spießerin in mir durchgesetzt. Immerhin habe ich Abarth und Adam 3 sowie 1 Punkt(e) gegönnt.

Platz 1 war einmal…
Ihren Siegestriumph aus dem Vorjahr verloren haben folgende Modelle: Mercedes-Benz CLA (jetzt 2. bei den Kompaktwagen), BMW 4er Gran Coupé (jetzt 2. in der Mittelklasse), Jaguar XF (jetzt 2. in der Oberen Mittelklasse), Porsche 911 (jetzt 3. bei den Sportwagen) und VW Multivan (jetzt 2. bei den Vans).

Und hier diejenigen, die stattdessen in ihren Kategorien 2015 triumphieren: Seat Leon, Mercedes-Benz C-Klasse, Audi A6, BMW i8 und Mercedes-Benz V-Klasse.
Also, da löst Leon doch tatsächlich den CLA ab? Das hätte ich nicht gedacht. Ob ich wohl dazu beigetragen habe? Nein, so wichtig möchte ich mich nicht nehmen, aber dass meine Punkte (absteigend) an Giulietta, A-Klasse und 1er BMW gegangen sind, wird wohl eine Rolle gespielt haben. Ich muss an dieser Stelle wohl vermerken, dass ich ein kleines Faible für „Outsider“ habe. Das meine ich nicht ansatzweise diffamierend.

Frollein Giulietta, beispielsweise. In die habe ich mich halt total verknallt. Alfa Romeos Formensprache oder Designsprache ist besonders, hat Wiedererkennungswert. Ich bin sehr, sehr gern mit ihr gefahren. Außerdem hat das Auto einen Mädchennamen. Wer das unprofessionell findet – bitte. Ich finde das emotional, und das dürfen wir Blogger sein. Also 5 Punkte.

Giulietta

Die A-Klasse wiederum hat meines Erachtens einen großen Sprung in die richtige Richtung gemacht. Nichts ist mehr übrig von diesem, diesem hochdachigen Etwas, das schon mal aus der Bahn geworfen werden konnte. Nein, jetzt ist es kompakt und muskulös, wie man ja so schön sagt, und für mich ein positives Beispiel dafür, wie ein Hersteller den Mut haben kann, ein Modell auch mal komplett auf den Kopf zu stellen. Und zwar nicht inerhalb eines Elchtestes. 3 Punkte.

Ich war noch nie ein großer BMW-„Fan“, es gibt ja einfach Marken, zu denen hat man mehr oder weniger eine Bindung. Doch in letzter Zeit wandelt sich meine Einschätzung. Ich finde die Grillpartie – also, das vorne dran, keine Grillsession – nach wie vor nicht schön, egal, was für ein Modell, aber ich bin mehr und mehr angetan von Qualität und Gestaltung im Interieur sowie vom Fahrgefühl. 1 Punkt für den 1er in dieser Kategorie.

Für die anderen und neuen Kategoriegewinner hatte ich, bis auf den BMW i8, auch einige Punkte übrig. Dass aber der i8 tatsächlich auf dem 1. Platz in Sachen Sportwagen landet – krass. Weit, weit vor Audi R8 oder La Ferrari, genau ein Platz vor Mercedes‘ neuem AMG GT. Der bekam von mir 3 Punkte, Ziffern 5 und 1 gingen an den R8 und das TT Coupé. Jou, ich bin ein Audi-Fangirl. Hätten wir das auch geklärt.

Hier seht ihr die Ergebnisse en detail, auf der eigens dafür existierenden Blogger Auto Award Seite.

Bei ausfahrt.tv haben wir schon viele der bewerteten Modelle – oder die sehr nahe Verwandschaft – vorgestellt:


Opel Adam Rocks


Opel Adam S


BMW i3


Audi S1


Seat Leon


Mercedes-Benz C-Klasse


Audi RS6


Jaguar F-Type


Range Rover Evoque


Mercedes-Benz V-Klasse


Alfa Romeo Giulietta


Skoda Fabia


VW Passat


BMW X6


BMW 4er Gran Coupé

 

 

Und so denken die lieben Kollegen, allen voran Don Dahlmann, der das Thema speziell für die Plattform Mobilegeeks und ihren neuen Car Hub aufgegriffen hat:

Don Dahlmann (Mobilegeeks)

Jan Gleitsmann (auto-geil.de)

Markus Jordan (MBpassion.de)

Mario von Berg (autoaid.de)

Jens Stratmann (rad-ab.com)

Autogefühl

Verena Reuber (drive-blog.de)

Matthias Luft (motoreport.de)

Dr. Friedbert Weizenecker (der-autotester.de)

Nicole Y. Männl (auto-diva.de)

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Lisa Schwarz (hyyperlic.com)

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Benny (BimmerToday.de)

Thomas Gigold (autokarma.de)

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Moritz Nolte (Automobil-Blog)

Matthias Lehming (fahrrückt.de)

CES 2015: Mercedes-Benz F015 – Luxury in Motion Concept

Mercedes-Benz hat eine Vision. Und die fällt nicht gerade bescheiden aus. Aber als Erfindes des Automobils darf man sich das wohl erlauben. Nun, Spaß beiseite.
Mercedes nimmt sich der Zukunft an und hat überlegt, wie eben diese unter (auto-)mobilen Aspekten aussehen könnte. Grundlage dieser Vision ist das Thema autonomes Fahren, wie es bei den Stuttgartern heißt. (Audi hingegen spricht vom „pilotierten Fahren“).

Schon jetzt ist teilautonomes Fahren durch diverse Assistenzsysteme (adaptiver Tempomat) kein unbeschriebenes Blatt mehr. Doch das Thema ist längst nicht ausgereizt. Anhand des Forschungsfahrzeugs 015 soll deutlich werden, welches Potenzial da noch schlummert. So beherbergt die außergewöhnliche Luxuslimousine ein Interieur sowie Funktionen, die ihresgleichen suchen. Drehbare Lounge-Stühle ermöglichen die Kommunikation zwischen den Passagieren, sechs in die Armaturentafel, Rück- und Seitenwände integrierte Displays zudem die Kommunikation und einen Informationsaustausch mit der Außenwelt. Über Eyetracking, Gesten und Berührungen werden die Bildschirme bedient.

F015 soll zudem ein intelligentes und höfliches Auto sein, dass Fußgängern beispielsweise einen Zebrastreifen auf die Straße projiziert, um einen gefahrlosen Übergang zu gewährleisten. Über eine App kann F015 auch selbstständig parken oder zu einem bestimmten Ort beordert werden.

Einen Kommentar zum Thema von mir findet ihr hier.

Und es steckt noch viel, viel mehr hinter diesem Konzept. Sascha Pallenberg von Mobilegeeks spricht in Kooperation mit ausfahrt.tv exklusiv mit vier Experten von Mercedes-Benz über die verschiedenen Funktionen von F015.
Das Video dazu seht ihr hier:

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CES 2015: Audi A7
Pilotiertes Fahren – Jack – EXCLUSIVE Interview

Audis Ansatz in Sachen Zukunft und autonomes Fahren – pardon, pilotiertes Fahren, wie es bei den Ingolstädtern heißt, sieht so aus: Zukünftige Modelle fahren pilotiert auf den Autobahnen bei Geschwindigkeiten zwischen 0 und 110 km/h. Das soll die Fahrer entlasten. Die dafür erdorderlichen technischen Voraussetzungen sind entweder heute schon Serie oder wenigstens seriennah: Da wären beispielsweise Radarsensoren, bekannt aus den Assistenzsystemen “adaptive cruise control” und “side assist”. Neu, aber seriennah, sind die Laserscanner im Singleframe-Grill und in der Heckschürze.
Zusammen mit einer 3D-Kamera sowie einem zentralen Fahrerassistenzsteuergerät kann das damit ausgestattete Auto elbstständig beschleunigen, bremsen, Spuren wechseln, stoppen. Das dies nicht nur eine Utopie, sondern Realität ist, bewies Audi jüngst in den USA: Dort fuhr Audis A7 piloted driving concept namens „Jack“ 550 Meilen, gut 900 Kilometer, pilotiert von Silicon Valley nach Las Vegas zur CES.

Noch viel mehr Infos gibt es in unserem exklusiven Interview mit Alejandro Vukotich von Audi.

LAS VEGAS – Sin City ohne Sinn? Bloß weg!

Kaum in Las Vegas angekommen, wollte ich schon wieder weg. Wenn New York die Stadt ist, die niemals schläft, was ist dann bitte Las Vegas? Ein Fest für die Sinne oder der totale Overkill ohne Sinn? Beides. Nur, dass für mich das Fest der Sinne nicht auf dem berühmt-berüchtigten Strip stattgefunden hat. Dieser Teil ist sozusagen das (touristische) Herz der Stadt.

Hier stehen die hohen Gebäude, also Hotels, teils unfassbar große Kolosse, hier blinkt, glitzert, leuchtet es ununterbrochen, hier spielt die Musik – im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt keinen wirklichen Rückzugraum, überall plärren Lautsprecher, schieben sich Touristen durch die Straßen, pfeifen Polizisten in Stiefeln und khakifarbenen Stoffhosen gegen Stretch-Limos und Taxis an, bieten Frauen mit einem seltsam starren, aber zugleich lächelndem Gesichtausdruck Flyer an, auf denen wenig bekleidete Frauen mit gleicher Mimik abgebildet sind. Diese Welt, die tagsüber schon seltsam anmutet, gewinnt in den Nachtstunden nur noch mehr an Wucht. Die Portiers der Hotels heißen nonstop die Besucher jeglicher Coleur willkommen.

LV Nacht

Gambling, Baby! Die Karten sind gemischt, die Kugeln poliert, die einarmigen Banditen bereit für den Einsatz. „Coole“ Jungs lassen sich Zigarren kommen, gefühlt zehn Kilo leichte und 20 Jahre alte Mädchen hängen an den Ellbogen deutlich älterer Männer, beste Freundinnen feiern mit Krönchen auf dem ondulierten Haar wer-weiß-was-für-eine-occasion. Ich könnte stundenlang so weiter schreiben. Doch um es kurz zu machen: Alles nicht meine Welt. Mir brummte der Kopf, die Ohren fiepten, einzig im Hotelzimmer gab es Ruhe, ausgeschaltete Klimaanlage und schalldichte Fenster vorausgesetzt.

Es ist für mich nicht ganz zu fassen, dass all dies binnen weniger Jahre aus dem buchstäblichen Nicht entstanden ist. Las Vegas wurde offiziell 1905 gegründet! Zuvor ist mal Anfang des 19. Jahrhunderts ein Spanier, meine ich, durch die Gegend gestrunzt. Eine äußerst unwirtliche Gegend: Fels, Sand, Hügelchen. Aber auch grüne Flächen gab es, durch unterirdische Wasserquellen. Daher rührt letztlich Sin Citys Name: Las Vegas, die Wiesen, die Auen. Andere Menschengruppen kamen, Versuche, die hiesigen Indianer zu missionieren folgten und scheiterten, auch nach Gold wurde geschürft. Schießlich sah die Eisenbahn ihre Chance, lag die Region durch günstig für eine Streckenführung nach California. Auch dieses Projekt war semierfolgreich, Arbeiter kamen und gingen und kamen wieder, als mit dem Bau des berühmten Hoover Dam begonnen wurde. Das war 1931 der Fall, und ungefähr zu diesem Zeitpunkt gab es auch die ersten Lizenzen für Casinos. Schließlich mussten die hart arbeitenden Männer in dieser ansonsten eher unwirtlichen Gegend bei Laune gehalten werden.

LV Flugzeug

Der Damm und Lake Mead verwandelten sich in Touri-Attraktionen, Hotels waren vonnöten, der erste Strom dank Hoover Dam floss, die Region verwandelte sich zusehends in eine Stadt. Wirklich richtig wild wurde es aber erst in den 40er-Jahren, als immer mehr Casinos entstanden – und die Mafia Einzug hielt. Elvis Presley oder das „Rat Pack“ gehörten schießlich Mitte der Fünfziger zum Establishment.

Heute sind es Stars wie Britney Spears, Elton John oder Celine Dion, die dafür Sorge tragen, dass die Show weitergeht. Sie haben Verträge mit Hotels wie mit dem unfassbar großen Caesear’s Palace Hotel, was jetzt übrigens insolvent sein soll. Las Vegas ist nun zu einer Stadt mutiert, die weg vom Sündenpfuhl-Image und hin zu einer familienfreundlichen Destination möchte. Die Hotels überbieten sich gegenseitig mit Attraktionen und Themen-Veranstaltungen.

Vor ein paar Jahren macht Vegas von sich reden, als man über die Underground-Bewohner berichtete, Obdachlose, die in der Kanalisation lebten. Ihren Lebensunterhalt durch „Silver Mining“ verdienten. Dazu schliefen sie tagsüber und machten sich nachts in sorgfältig sauber gehaltener KLeidung auf den Weg in die Casinos, auf der Suche nach vergessenen Münzen oder gar Scheinen. Von dieser Szene aber wollte interessanterweise keiner der von meinem Kollegen und mir angesprochenen Locals etwas gehört haben. „No, there is no underground“, war stets die Antwort. Realitätsverdrängung? Peinlich berührt? Höflichkeit? Ich weiß es nicht.

LV Morgengrauen

Ich wusste nur eins: Der Strip ist nichts für mich.

Glücklicherweise ergab sich die Möglichkeit, zu fliehen:

red rocks

Wo bin ich? Und mit was für einem Auto? Cliffhanger-Alaaarm!