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Gelesen: Eleanor Oliphant is
Completely Fine (Gail Honeyman)

Bei mir zuhause stapeln sich so genannte „Flughafenbücher“. Das sind solche, die ich quasi im Vorbeigehen in Flughäfen kaufe. In Gatwick fiel mir das Cover von „Eleanor Oliphant is Completely Fine“ von Gail Honeyman ins Auge. Ein in diesem Fall übrigens ziemlich genial gestaltetes Cover, wie sich hinterher herausstellen sollte.

TRIGGERWARNUNG: Das Buch thematisiert emotionalen und physischen Missbrauch und dessen Folgen, also Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung.

 

Darum geht es:

Eleanor Oliphant ist 29 Jahre alt, hat einen 9-to-5-Bürojob, hört in der Woche abends Radio und isst Pasta mit Pesto, geht freitagabends in den Supermarkt und kauft Pizza, Wein sowie zwei große Flaschen Wodka. Letzteren trinkt sie übers Wochenende so gut eingeteilt, dass sie weder vollkommen besoffen noch vollkommen nüchtern ist. Das Telefon klingelt nur dann, wenn ihre Mutter anruft – also jeden Mittwochabend. An der Tür klingelt es nur dann, wenn der Stromzähler abgelesen wird – also einmal im Jahr – und wenn eine Sozialarbeiterin kommt, um sich nach ihrem Befinden zu erkunden – also zweimal im Jahr. Ihre beste Freundin heißt Polly und ist eine Topfflanze aus Eleanors früherem Zuhause.

In der Summe ist bei Eleanor alles in Ordnung. Gut, das Ekzem auf ihren Händen nervt manchmal. Die Narbe in ihrem Geischt zieht Blicke auf sich. Und ihre Arbeitskollegen machen sich schon mal über sie lustig. Dennoch: Ihr geht es gut. She is completely fine. Das sind die „good days“.

„I’m a sole survivor – I’m Eleanor Oliphant. I dont’t need anyone else – there’s no big hole in my life, no missing part of my own particular puzzle. I am a self-contained entity.“

Dann verändert sich Eleanors Leben auf dramatische Art und Weise.
1. Sie hat den Mann fürs Leben gefunden. Er weiß nichts von seinem zukünftigen Glück, doch das macht nichts, denn Eleanor weiß darum.
2. Zusammen mit ihrem Arbeitskollegen Raymond rettet sie einem unbekannten älteren Herrn namens Sammy das Leben, als dieser mitten auf der Straße einen Herzinfarkt erleidet.

Eleanor wird aus ihrem Rhythmus gerissen, sieht sich mit Situationen, vor allem aber Emotionen konfrontiert, die sie zuweilen überfordern.

„His mother was still talking. ‚Denis was eleven when Raymond came along – a wee surprise and a blessing, so he was.‘ She looked at him with so much love that I had to turn away. At least I know what love looks like, I told myself. That’s something. No one had ever looked at me like that, but I’d be able to recognize it if they ever did.“

Sie kommt in Kontakt mit sehr schmerzlichen Erinnerungen. Es kommt der Tag, an dem sie zusammenbricht. Das sind die „bad days“.

„Later. I woke again. I kept my eyes closed. I was curious about something. What, I wondered, was the point of me?“

Eleanor begreift, dass „leben“ nicht nur „überleben“ bedeutet. Sie realisiert auch, dass sie nicht allein ist – vielmehr, nicht allein sein MUSS – wenn sie es denn nur zulassen kann.

„‚Eleanor, it’s like I said – you two saved my life, we’re family now. Come and visit any time you like. I’d love to see you, hen‘, Sammy said. […] ‚Eleanor, listen,‘ he said, staring me in the eye and gripping my hands tightly, ‚thanks again, lass (…).‘ I found that I didn’t want to remove my hands from the warmth and strength of this.“

Eleanors Verhalten ist ein solches, das einem das Lachen im Halse steckenbleiben lässt.

„I wondered if Sammy might enjoy some cold pasta and pesto; I could make a double portion for supper one evening and bring the leftovers to him the next day in a Tupperware tub. I did not own any Tupperware, having had no need of it until this point. I could go to a department store to purchase some. That seemed to be the sort of thing that a woman of my age and social circumstances might do. Exciting!“

Denn letztlich ist ihr vermeintlich asozial-pragmatisches Verhalten nichts anderes als eine von der menschlichen Psyche ausgeklügelte Überlebensstrategie. Das ist einerseits faszinierend, andererseits aber auch tragisch. Honeyman hält dem Leser zudem einen Spiegel vor: Wann haben wir uns zuletzt über eine Person, die wir „komisch“ finden, verächtlich geäußert? Hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand darüber gesprochen, was „mit dem“ oder „mit der“ wohl los sei? Einen Menschen von oben herab behandelt oder gar mit Missachtung gestraft? Dieser moralische Zeigefinger kommt nicht als frontaler Hammer, sondern eher hintenrum und schleichend – wirkt aber gut nach. Menschen akzeptieren sowie „sein“ lassen und zugleich eigene Grenzen bewahren können – eine ewige Gratwanderung und keine einfache.

Das realisiert auch Eleanor. Und sie realisiert auch, dass „being completely fine“ eine Farce ist, aus der sie sich langsam und mit helfenden Händen – schwer, diese anzunehmen! – rausarbeitet. Hier als Leser bei sein zu dürfen ist enorm aufwühlend.

Eleanors Geschichte liest sich leicht und unterhaltsam, es ist ein Buch, das man immer wieder mal zwischendurch in die Hand nehmen und weiterlesen kann, auch spätabends im todmüden Zustand noch.  Die Leichtigkeit der Sprache jedoch steht im Kontrast zur Schwere des Inhalts, insofern bleibt immer auch ein etwas bitterer Nachgeschmack. Der wiederum aber hat das Potenzial uns dazu zu bringen, dass wir uns unsere eigenen verhärmten Stellen im Herzen etwas genauer ansehen. Wo kommen sie her, welche Gefühle lösen sie aus – und möchte ich, dass sich andere Menschen aufgrund meines Verhaltens genauso oder ähnlich mies fühlen?

Im Deutschen heißt der Titel „Ich, Eleanor Oliphant“ und ist im Frühjahr 2017 bei Bastei Lübbe erschienen.

 

 

Das mit den Büchern und mir

Neulich erwischte ich mich dabei, wie ich Buch um Buch langsam in die Hände nahm und vorsichtig vom Staub befreite. Putzen gehört für mich per se nicht zu den schönsten Tätigkeiten, und so sehe ich immer zu, dass es irgendwie schnell vorüber geht. Bei meinen Büchern ist es anders. Kein hektisches Wischi-Waschi, sondern regelrecht kontemplatives Pusten, Drüberstreicheln (und -wischen) und Reinlesen. Und wie ich da also so stand, mit dem feuchten Lederlappen in der Hand, und registrierte, wie schwer es mir fällt, mich von manchen bedruckten Seiten zu verabschieden und auch feststellte, dass ich einige Titel noch gar nicht gelesen hatte – da also bemerkte ich für mich vor allem eines: Bücher waren für mich immer schon von großer Bedeutung.

Gereinigter Bücherstapel, nicht lesegeschmacksrepräsentativ

In meinen Kinderjahren waren sie sogar mein Ein und Alles. Wenn es um mich herum zu trubelig war, halfen sie mir, mich auszuklinken. Sie machten aber auch schöne Tage noch besser. Zum Beispiel an heißen Sommertagen im heimatlichen Freibad. Ich erinnere mich gut daran, wie ich in zum Teil unmöglichen Positionen (um ein bestmögliches Bräunungsergebnis zu erzielen) auf dem immer zu kurzen Handtuch lag oder saß und mich der Geruch des frisch gemähten Grases in Kombination mit Sonnencreme, Chlor und Pommes in eine andere Welt hineinbegleitet hat.

Für diese anderen Welten, entstanden aus einem Zusammenschluss von gedruckten Lettern und nachfolgendem Urknall in meinem Hirn, war ich manchmal sogar zu empfänglich. Oder meine Fantasie schlicht zu rege. Es fällt mir generell schwer, mich an Momente meiner Kindheit zu erinnern – nicht aber an solche, in denen ich ein Buch in der Hand hielt.

Ich weiß noch, wie ich als ungefähr 12-Jährige an meinem Schreibtisch saß – der gleiche, an welchem ich auch jetzt sitze – und völlig versunken und verloren in den Nebeln Avalons rumstocherte. Wie ich es hasste, wenn dann Zu-Bett-Geh-Zeit war, vor allem sommers, und ich dann noch so lange las, bis meine Augen das immer weniger werdende Licht, ein Grau-Matsch mit Punkten darin, im Kinderzimmer nicht mehr kompensieren konnten. Wie ich am nächsten Tag dann an der heimischen Bushaltestelle, im Bus, vor dem Klassenzimmer, manchmal auch im Klassenzimmer, in jeder Pause, an der schulischen Bushaltestelle, im Bus, manchmal auch während des Gehens, beim Essen und dann wieder am Schreibtisch oder im Bett weiterlas.

Ich weiß noch, wie ich als 13-Jährige Stephen Kings „ES“ las, zurückgezogen im Schlafzimmer meiner Eltern, mit verstörtem Gesichtsausdruck ( es gibt ein Foto davon), Herzrasen und einem betonähnlichen Muskeltonus. Ich habe es nicht zu Ende gelesen, weil ich mich plötzlich so sehr vor dem Nirvana-Poster über meinem Bett gefürchtet habe – im abendlichen Grau-Matsch mutierte das Schwarz-Weiß-Bild der Band ganz, ganz sicher zu einem Clowns-Gesicht. Als 30-Jährige habe ich einen erneuten Versuch gestartet – ich habe es immer noch nicht zu Ende gebracht.

Ich weiß noch, wie ich aus der Schulbibliothek gefühlt alle Pferde-Mädchen-Abenteuer-Bücher ausgeliehen habe, wie schwer meine „Tonne“ in Anbetracht der neuen zu betretenen Welten war, und welch‘ glücksglucksiges Gefühl das in meinem Bauch hervorrief. Ich weiß noch, wie mir der Ponyhof-Mist irgendwann stank und ich nur noch Kinderbücher las, die die Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg thematisierten. Weil Anne Frank ihrem Tagebuch einen Namen gab, gab auch ich meinem Tagebuch einen Namen. Damals war es nicht nur Friedrich, und mein dazumal 11-jähriges Herz begriff nicht, was geschehen war. Das tut auch mein heuer 34-jähriges Herz nicht.

Ich weiß noch, wie ich immer wieder versucht habe, mich mit Karl May anzufreunden. Aus dem Hause der Großeltern waren irgendwann diverse Exemplare aus der schicken Karl-May-Verlag-Sammlung bei uns gelandet, teils in Sütterlin geschrieben. Letzteres habe ich schnell durchschaut, aber die Namen der vielen „Rothäute“ und die Wild-West-Atmosphäre per se haben mich durcheinander gebracht. Der Urknall im Hirn blieb aus. Gut, dann eben die „Wolfsfrau“, warum nicht schon mal ein wenig an der eigenen Weiblichkeit feilen, als Zehnjährige? Nein, natürlich habe ich schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist, genauso wenig wie der „Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“. Moody’s „Leben nach dem Tod“ sprach mich dann schon eher an. Will sagen: Auch die Bücher meiner Mutter waren nicht vor mir sicher, wenngleich sie schon mal Versuche unternahm, sie vor mir zu verstecken. Trotzdem blieb mir Klaus Kinskis „Erdbeermund“ (leider) nicht verborgen – Himmel, was ne Sauerei! Das Dreckszeugs wurde in meinem Freundeskreis durchgereicht und schaffte es nie mehr zurück in sein vermeintlich sicheres Versteck. Keine Ahnung, wo der Schinken nun liegt.

Ich weiß noch, wie ich dann mit ungefähr 14-16 Jahren sowohl in der Pubertät als auch in der Psychothriller-Schiene feststeckte. Alles von Joy Fielding (unvergessen: der Kanarienvogel in der Mikrowelle), klar, und dazu immer eine Tafel Milka Noisette. Wenn dann noch Katze Käthe neben mir ruhte, war das Seelenheil perfekt.

Und ich weiß noch, wie ich wie Anne auf Green Gables und dann in Avonlea leben wollte, oder noch besser: in Bullerbü, meinetwegen auch in Lönneberga, wobei es in Phantásien sicherlich auch schön gewesen wäre – an Atreju geklammert auf seinem Pony gen Sonnenuntergang reitend, apropos reiten: ein Zimmer auf Gut Rosenberg in Schleswig-Holstein hätte sehr gut in meine damaligen Ferien-Planungen gepasst, Wendy und ich hätten der großkotzigen Cousine Vanessa sicherlich mal ordentlich den Hintern vers- also, ihr mal an den Haaren gezogen. Ein Leben mit Pferd hätte zudem die Villa Kunterbunt geboten, noch mehr Pferde der Gutshof Tara in Jonesboro – und einen heißen Hengst namens Rhett Butler noch dazu.

Und wenn ich so zurückdenke, an diese Zeit voller Bücher, mal mehr, mal weniger anspruchsvoll (wenn ich mir meine Erinnerungen so ansehe, dann wohl eher weniger), dann wundert es mich ein wenig, dass ausgerechnet ich mich zu Buchstaben und Wörtern hingezogen fühle. Denn als ich noch sehr klein war, schien erst einmal nichts darauf hinzuweisen. Im Gegenteil:

1. Ich habe gestottert.

2. Ich konnte die Artikel nicht richtig verwenden. Mir leuchtete einfach nicht ein, warum es DAS Fenster und DER Ofen und DIE Gabel sein sollte. Und erklären konnte es mir auch keiner.

3. Beim Buchstabenschreiben in der 1. Klasse hatte ich so meine Schwierigkeiten mit dem s, p, a und q.

Wörter aussprechen, Wörter grammatikalisch richtig korrekt verwenden , Buchstaben NICHT spiegelverkehrt schreiben – häh!?? Wie soll das gehen? Meine Mutter drohte mir dazumal mit Sprachschule – in meiner Vorstellung der absolute Horror. Gewiss kein lustiges Internat à la Lindenhof mit meinen Homies Hanni und Nanni, sondern eher blanker Horror à la Momos graue Herren im Nirgendwo. Ich weiß nicht, was dann wie und warum passiert ist. Ich erinnere mich nur, dass ich irgendwann angefangen habe zu fragen, was „das für ein Buchstabe ist“. „Und das für einer?“ „Und der?“ Ich wollte wissen, was da um mich herum passiert, was die Welt versucht, mitzuteilen. Ladennamen, Werbetafeln, Produktaufschriften – überall waren sie, diese Buchstaben. Ich wollte verstehen. Ich wollte Teil dieser Welt sein. Vielleicht ein Stück weit weniger hilflos sein. Das sage ich aus heutiger Perspektive, damals war mir das so natürlich nicht bewusst. Aber dieses Gefühl, wenn aus Hieroglyphen plötzlich benenn- und verlautbare Buchstaben und daraus wiederum Worte und Sätze und schließlich gar Welten wurden! Buchstaben, Worte und Sätze – sie wurden meine Anker in der realen Welt und meine Brücken für die Fantasiewelten.

In der zweiten Klasse war ich eine der besten im Vorlesen. Das Stottern war längst Geschichte. Ich blieb freiwillig nachmittags im Förderunterricht, um Spiele zu spielen, die irgendwie mit Buchstaben zu hatten. Eines Tages schenkte mir meine Lehrerin ein Pixie-Buch, vor versammelter Klasse. Darin schrieb sie: „Weil dir das Lesen so viel Freude macht.“ Ich brannte vor Stolz. Meine Aufsätze in den Klassen 3 und 4 wurden immer wieder mal vorgelesen, Diktate schrieb ich beinahe immer fehlerlos (bei 10 x 0 Fehler = keine Hausaufgaben), ich durfte sogar selbst einmal Diktate korrigieren. In der 4. Klasse ging ich wieder freiwillig zum Förderunterricht, um einem aus Albanien geflohenen Jungen das Lesen beizubringen. Will sagen: Es lief, irgendwie, plötzlich, zwischen mir und den Buchstaben und der Grammatik und überhaupt.

13 Jahre später traf ich besagte Lehrerin wieder. Ich machte damals meine Ausbildung zur Buchhändlerin, als sie den Laden betrat. Sie erkannte mich sofort und wunderte sich kein bisschen darüber, mich zwischen all den Büchern wiederzuentdecken. An meinem Geburtstag kam sie wieder und schenkte mir ein kleines Album mit Fotos, auf denen ich bei Ausflügen oder schulinternen Events während meiner Schulzeit zu sehen war. So wertvoll!

All das fiel mir plötzlich ein, als ich gestern Buch um Buch langsam in die Hände nahm und vorsichtig vom Staub befreite.

 

Uff Malle lasse wirs knalle #3 –
Klettern, fliegen, abstürzen im
Naturpark La Reserva

Memo an mich selbst: Ich muss dringend an meiner offenbar nicht mehr vorhandenen Armmuskulatur arbeiten. Wäre sie stärker ausgeprägt, wäre ich beim Versuch, meine xy Kilo hochzuhieven, sicherlich nicht so unschön beim Klettern abgestürzt und gegen den Berg geprallt. Nichts passiert, nur ein paar Schrammen und blaue Flecke, schließlich war ich gesichert und hatte einen Helm auf. Auch mein zweiter Versuch, die Steilwand zu erklimmen, schlug fehl. Alles nur, weil Guide Toni mich schlicht vernatzt hatte – der meinte nämlich, links sei es „difficil“, rechts „facil“. Haha. Genau andersrum.
Welche dramatischen Szenen sich abspielten, seht ihr im Video von Mallorca Talks:

Ein paar Minuten später hatte ich es endlich geschafft (dann auf der linken, einfachen Seite) und konnte die oben befestigte Glocke läuten. Wieder unten angekomen, war ich nass geschwitzt und überglücklich. Ich glaube, heimlich bin ich eine Bergziege. Vielleicht liegt es am Sternzeichen Widder? Jedenfalls war der Tag im Naturpark „La Reserva“ einer der schönsten während meines gesamten Mallorca-Aufenthaltes. Eigentlich sogar der schönste: Den ganzen Tag lang Action und körperliche Herausforderungen bei mehr als 30 Grad Hitze und praller Sonne. Ich liebe es!

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Nun ist es so, dass dieser Park nicht zwangsläufig zu sportlichen Heldentaten animiert. In erster Linie ein Natur- und Wildpark, bietet er optional auch einen Abenteuer-Parcours an – sofern man den gut halbstündigen Fußweg durch Flora und Fauna hinter sich gebracht hat. Das ist aber dann schon die gehetzte Variante. Ich empfehle: langsam gehen und genießen! Es gibt so viel zu entdecken! Außerdem ist der Boden schön uneben, Stufen aus Stein oder Holz sowie viele Wurzeln fordern ein wachsames Auge. Der Park befindet sich in Puigpunyent, etwa 17 Kilometer von Palma entfernt, am Fuße des Berges „Puig de Galatzo“ beim Tramuntana-Gebirge. Immer wieder gibt es großartige Aussichten auf die Berge, doch man muss nicht weit schweifen, um fasziniert zu sein: gefühlt alle paar Meter rauschen Wasserfälle das Gestein hinab, lassen Höhlen und schwarze Kohle-Flecken auf die frühen Bewohner dieser Gegend schließen. So haben sich beispielsweise die Araber, die schon im 10. Jahrhundert die Insel erobert hatten, hier aufgehalten. Darauf lassen beispielsweise die weitläufigen Terrassen im Inneren des Parks schließen. Als 1229 König Jakob I. mit tausenden Schiffen an Land kam, um die Insel von den Arabern zu „befreien“, suchten sie Zuflucht unter anderem in dem insgesamt 2,5 Millionen m² großen Gelände – vergebens.

water falls

Erst 1986 wurde aus dem Gebiet ein Park, der im Oktober 1992 offiziell eröffnet wurde. Heute leben hier Bären, Mufflons, Ziegen, Schafe, Esel, Strauße, Emus, Gänse, Enten, Pfaue und viele andere Vögel. Insbesondere die gefiederten Tiere leben, bis auf einige Ausnahmen, in völliger Freiheit. Auf die Pfaue trifft man überall, und diverse schillernde Federn haben jetzt einen dekorativen Platz in Babsis Wohnung gefunden. Die Vögel fühlen sich in dem jagdfreien Gebiet sicher und können ungestört brüten. Es gibt aber auch eingezäunte Areale, wo sich dann die Ziegen und Co. aufhalten, sowie Käfige. Die Tiere, die hinter jenen Gittern leben, tun dies aber nur, weil sie sonst dem Tode geweiht wären. Es sind beispielsweise verletzte Eulen oder Milane, die erblindet sind oder nur noch einen Flügel haben. Im Reservat verbringen sie ihren Lebensabend, regelmäßig gepflegt und gefüttert. Selbst die beiden Bären sind nur deshalb da, weil sie sonst getötet worden wären. Sie kommen aus Rumänien, wo sie für Show-Zwecke missbraucht worden waren. Als dies verboten wurde, gelangten sie nach Mallorca. Ein deutsches Paar nahm sich ihrer an, indem sie den Park kontaktierten, ein Gehege bauen ließen und für ihre Verpflegung viele Jahre im Voraus bezahlten.

Bärenleben

Nach dem langen Fußweg – der übrigens durchweg schattig ist – gelangt man auf einen großen Platz. Hier gibt es eine Bar, die kleine Gerichte wie Kartoffeln mit Allioli, Sandwiches oder Bratwurst und Getränke anbietet. Auch ein Barbecue-Haus ist vorhanden, in welchem die Grills quasi immer Feuer haben. So kann, wer mag, jeder sein eigenes Grillgut zubereiten und genießen. Das muss übrigens nicht mitgeschleppt werden, sondern wird von Mitarbeitern mit dem Auto über eine kleine Offroad-Strecke direkt zum BBQ transportiert. Wer Abkühlung braucht, findet diese in den – in diesem Fall künstlich angelegten – Wasserfällen. Von diesem Platz aus kann auch die Abenteuer-Tour starten. Zweimal täglich (morgens und abends) wird diese angeboten, eine vorherige Buchung ist nicht notwendig. Kostet der Eintritt für Erwachsene für den Park 14 Euro, werden für das „aventura“ noch mal 14 oder 28 Euro (Erwachsene) fällig. Tour 1 beinhaltet die drei „Zipline“ oder auch „Flying Fox“ genannten Flüge über und durch das Areal an einem Drahtseil sowie das Bezwingen einer tibetanischen Brücke – Achtung, wackelig!
Tour 2 liefert das volle Programm: Ziplining, 4 fiese Brücken und Felsenklettern. Auch, wenn es nicht ganz günstig ist, lege ich jedem diese Tour ans Herz! Im Preis inbegriffen sind Tourguide und Versicherung, Vorerfahrung ist nicht notwendig. Wohl aber Schwindelfreiheit und ein Hauch von Balance. Aber keine Bange, man ist stets gesichert und befestigt, wenn man versucht, über ein Drahtseil zu eiern – was nicht immer einfach ist, wenn dein Guide meint, ordentlich daran wackeln zu müssen! Beim Ziplinen hängt man in einem Geschirr an einem Drahtseil, das bis zu 400 Meter lang ist. Von der jeweiligen Plattform aus nimmt man am besten Anlauf, springt ab und suuuuurrrrrrrrrrt – je nach Gewicht – in einem Affentempo durch die Luft. Schon spannend, wenn gestandene Männer plötzlich das Quieken und Schreien anfangen!

Zipline

Auf mich hat die Mischung aus Natur, Action, Spaß und den vielen Tieren, denen es offensichtlich gut geht, ausschließlich positiv gewirkt. „Sarah, du solltest hier arbeiten“, sagte Babsi denn auch am Ende des Tages und in Anbetracht meines Dauerstrahlens zu mir – was witzig war, denn bei patatas con allioli schmiedete ich in der Tat schon heimlich Auswanderungspläne…

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Weitere Infos:

La Reserva Puig de Galatzó
Predio Son Net s/n, Puigpunyent. Mallorca
Telefon: (0034) 971 616622 (Park) oder 971 728786 (Office)
Email: info@lareservamallorca.com
www.lareservamallorca.com

Disclosure: Babsi und ich wurden vom Park eingeladen – was im Reisejournalismus üblich ist.

Uff Malle lasse wirs knalle #2 – Verliebt in ein knuspriges Huhn im Quay

Ich hätte nicht gedacht, dass man sich in Trance essen kann vor lauter Glückseligkeit. Ich esse ja grundsätzlich gerne. Dabei bin ich kein Gourmet in dem Sinne, mit crazy Innovationen à la Hummerschaum an karamellisierten Bambussprossen auf einem Bett aus sautiertem Chicorée beispielsweise kann man mich jagen. Serviert man mir Bratkartoffeln mit Spiegelei hingegen, bin ich der glücklichste Mensch der Welt. Einfach, ehrlich und lecker – so muss Essen für mich sein. Und dann entführte mich Freundin Babsi von Mallorca Talks zum LoftOtel Canet (so die eigene Schreibweise) in Esporles.

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Schon die Finca-Anlage an sich am Fuße des Tramuntana-Gebirges versetzte mich in Entzücken. Die Gebäude wurden vor mehr als drei Jahrhunderten einmal zur Ausbildung von Bauern genutzt, heute sind es liebevoll restaurierte und aufgehübschte Lofts. Doch nicht nur die Wohnungen sehen gut aus, das ganze direkte Umfeld ist das Ergebnis einer sehr kreativen Besitzerin. An beinahe jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken – antike (Gebrauchs-) Gegenstände, Blumenarrangements, selbst gemalte Bilder oder selbst kreierte Skulpturen – ihr werdet den Fotoapparat nicht mehr aus der Hand legen können!

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Aber ich schweife ab. Zum Hotel gehört also auch das Restaurant „Quay – Nature based food“. Und von der Natur gibt es hier viel, insgesamt gehören zu dem Fincahotel noch 40.000 Quadratmeter Land! Dazu gehört zum Beispiel auch ein Biogarten, in dem sich Küchenchef Marcelo Rappold regelmäßig aufhält, sofern er nicht hinterm Gasherd in der Küche steht. Marcelo ist ein Hamburger Jung mit blondem Wuschelhaar, blitzblauen Augen sowie peruanisch-argentinischen Wurzeln, der sich nach einer „vernünftigen“ Ausbildung zum Versicherungskaufmann schließlich seinen Traum vom „vernünftigen“, sprich nachhaltigen Kochen erfüllte.

Marcelo Rappold kann es einfach! Foto: Mallorca Talks

Marcelo Rappold kann es einfach! Foto: Mallorca Talks

Er lernte erst im „Vier Jahreszeiten Casino“ in Travemünde, im Szenerestaurant „Au Quai“ in Hamburg – wo auch Tim Mälzer kochte – und landete schließlich in Andratx auf Mallorca. Dort lernte er seine jetzige Freundin Dani kennen, die ihrerseits zusammen mit einem guten Freund und Geschäftspartner das Lofthotel Canet übernahm. Mit den riesigen landwirtschaftlichen Flächen wurde aus dem Koch Marcelo auch ein Gärtner und Bauer. Für den Restaurantbetrieb versucht er so viel wie möglich aus eigenem Anbau zu nutzen, da ist nichts genmanipuliertes oder gar chemisch Behandeltes bei. Gesunde, leichte, moderne, mediterrane Küche mit lokalen oder eigens angebauten Produkten – das ist, wofür Marcelo lebt. (Die ganze Geschichte könnt ihr gerne bei Babsi nachlesen, die hatte im Gegensatz zu mir mal Zeit, ihn ausführlich zu interviewen!).

Keine Chemie, reine Natur Foto: Mallorca Talks

Keine Chemie, reine Natur Foto: Mallorca Talks

Und ich hätte nie gedacht, dass es so viel ausmachen kann, wenn man all dies weiß und den Koch selbst auch einmal kennengelernt hat. Zu wissen, dass da jemand steht, der Konservierungsstoffe und alles Künstliche verabscheut, der eigenhändig die Kräuter für deinen Salat oder die Soße gepflückt hat, der sich einen Kopf darum macht, dass du leichtes, aber dennoch sättigendes und gut schmeckendes Essen auf den Teller bekommst – das ist der Knaller.

Als ich das erste Mal dort war, habe ich – die eigentlich die meiste Zeit über Vegetarierin ist und zudem über Fischstäbchen nicht hinaus kommt – eine Art Frühlingsrolle gefüllt mit Gemüse und Tunfisch und anschließend mallorquinisches Schweinegeschnetzeltes gegessen. Ich war eine halbe Stunde lang nicht mehr ansprechbar, so entrückt war ich. Dazu noch ein Glas Traubensaft, eisgekühlt und selbst gemacht, versteht sich, danach noch Hierbas, ein klassisch-mallorquinischer Kräuterschnaps, selbst angesetzt, claro. Zum Glück konnte ich Marcelo nach dem Essen noch einmal persönlich ansprechen: Die Küche befindet sich in einem kleinen Gebäude direkt neben der schattigen Terrasse des Restaurants, das Fenster steht immer offen. Eher zurückhaltend lauschte Marcelo meinen Lobeshymnen, eine Hand an der Pfanne, ein Arm hinter dem Rücken verschränkt. Er lächelte scheu, aber irgendwas lässt mich spüren, dass es ihn ganz heimlich doch freut – und tatsächlich, mit unverkennbar norddeutschem Akzent sagte er: „Das war auch mit viel Liebe gemacht!“ Der Punkt ist: Das nimmt man ihm unbedingt ab.

Ein klitzekleiner Teil der riesigen Finca Foto: Mallorca Talks

Ein klitzekleiner Teil der riesigen Finca Foto: Mallorca Talks

So. Und warum genau bin ich jetzt in ein knuspriges Huhn verliebt? Weil Babsi und ich noch mal dort waren. Weil wir eigentlich nur einen Traubensaft trinken wollten und noch Videoaufnahmen machen mussten. Und ganz eigentlich wollte ich gar nichts zu mir nehmen, weil mir nämlich die Hitze ziemlich auf den Magen schlägt und ich seit meiner Ankunft doch einige Probleme mit Übelkeit und Co. hatte. Marcelo nahm das zum Anlass, mir sofort einen frischen Ingwertee zu kochen. Außerdem fragte er mich, ob wir nicht auch was essen wollten – der Mann will halt echt gerne kochen!! Also gut, Speisekarte bringen lassen, mich gelüstete es prompt auch wieder nach Fleisch, trotz Magen, trotz „Vegetarismus“. Heißt: Knusprige Huhnroulade gefüllt mit Pilzen, dazu Gemüse und Kartoffeln – das sprach mich an. Ehrlich, einfach, lecker – genauso, wie ich es mag, allerdings dazu eben noch „Bio“ und mit viel Liebe gekocht. Als schließlich der Teller vor mir stand (schnell geht das!) und ich zu essen begann, musste Babsi mehrmals lachen. Offenbar war mein Gesichtsausdruck, gelinde gesagt, blöde. Halt so verzückt. Entrückt. Abwesend. Es gab nur noch das knusprige Huhn und mich. Wirklich. Jede Gabel ein Genuss. Und ich schwöre, dass es stimmt, wenn ich sage, dass von Übelkeit und Co. nichts mehr zu merken war!

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Und ich schwöre auch, dass ich dort noch ein drittes Mal essen werde. Und hoffentlich noch viele Male mehr. Eigentlich möchte ich so einen Marcelo bei mir zuhause haben.

Infos:

Restaurant Quay im LoftOtel Canet.
Ctra. Esporles, km1 – 07190 Esporles. Mallorca. (Spain).
Tel.: +34 971 611 777

Das Restaurant Quay ist montags geschlossen.
Ein 3-Gang Mittagsmenü für unter 20 Euro gibt es im Sommer nur am Wochenende.
Im Winter ist das Restaurant FR, SA und SO geöffnet.

http://www.weloftcanet.com/de/restaurant-mallorca

Fotos: Sarah Sauer und Babsi Röss (extra gekennzeichnet)

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Uff Malle lasse wirs knalle #1 – Sit Down Paddling weil wegen Knie

Endlich Urlaub. Zwei Wochen Mallorca. Und dazu noch das große Glück, jemanden zu kennen, der – bzw. die – auf der Insel lebt: Barbara aka Babsi Röss. Babsi kenne ich seit elf Jahren, sie ist ebenfalls Journalistin und Bloggerin.  Erst vor vor drei Jahren habe ich sie das erste Mal besucht. Dazumal hatte ich auf irgendeiner Restauranttoilette den Edding-Schriftzug „Uff malle lasse wirs knalle“ gefunden – und habe beschlossen, dies nun zu meinem Motto für diesen Urlaub zu machen.

Babsis Balkonausblick

Babsis Balkonausblick

In der Zwischenzeit hat sich einiges getan: Babsi hat zum Beispiel im vergangenen November ihren Blog www.mallorca-talks.com hochgezogen. Darin wird deutlich, dass Mallorca so viel mehr ist als – Achtung, Klischees – Ballermann, Sangria, Magaluf und seine rothäutigen Briten sowie Sandalen tragende Deutsche – Socken in Sandalen tragende Deutsche, die kurz nach Sonnenaufgang ihre Liegen mit einem Handtuch reservieren. (Sie tun es wirklich. Nach wie vor. Viele).

Mein Glück besteht darin, dass ich an Babsis etwas anderem Inselerleben teilhaben darf. Oder dass ich zumindest mehr tun kann, als nur am Strand zu liegen und einen Kreislaufkollaps zu bekommen, weil ich konsequent auf Schatten verzichte. Das könnte schließlich den Bräunungsprozess massiv beeinträchtigen.

Noch wenige Stunden vor Abflug war eigentlich, bis auf Ponyreiten, nichts wirklich geplant. Und dann kam alles Schlag auf Schlag. Daran gewöhnt man sich, wenn man mit Babsi befreundet ist – plötzlich passiert ganz viel. Und so stand spätestens nach der äußerst unsanften Landung der Ryanair-Maschine vergangene Nacht (Adrenalin pur!) und dem obligatorischen Applaus der Mitflieger (warum!?) folgendes Programm: Stand Up Paddling (SUP), Salsa tanzen, Bootsausflug, Piratenhöhle erobern, Ponyreiten, Schnorcheln, Clubszene unsicher machen und eine Juice-Woche. Gut, letztere ist mehr so ambitioniertes Wunschdenken.

Vielmehr startete also mein erster Tag mit SUP. Das hatte ich vor zwei Jahren auf Curacao schon mal gemacht und war sehr angetan davon. Als ehemalige Kanutin mag ich die Kombi aus Wasser, Sonne, paddeln und Balance finden. Das mit der Balance meine ich im wahrsten Sinne des Wortes. Balance im Kanu auf der Ruhr geht ja noch. Kann aber auch durchaus schon mal herausfordernd sein. Das ist aber nichts im Vergleich zu
– Balance auf einem Board
– auf dem Mittelmeer
– bei Wind und Wellen
– stehend
– mit angeschlagenem Meniskus rechts
zu finden.

Ihr findet Patricia und Jörg an der Hotelbar Villamil in Paguera

In Sachen SUP findet ihr Patricia und Jörg (2. u.3. von r.) an der Hotelbar Villamil in Paguera.

Bei Jorge (sprich: Choche) Sports in Paguera, westlich von Palma, durften wir uns genau davon überzeugen. Hinter Jorge Sports stecken Patricia Hartmann (32) und ihr Partner Jörg Birkel (42), die im Dezember 2013 ihre Zelte in Köln abgebrochen haben, um auf Mallorca durchzustarten. Die beiden sind so sportlich, wie ich es noch nicht mal in meinen Träumen sein werde. Jörg ist Dipl.-Sportwissenschaftlicher und Sportjournalist, Patricia Heilpädagogin und ebenfalls von Haus aus sportbegeistert. Für beide war der richtige Zeitpunkt gekommen, sich neu aufzustellen: „15 Jahre Büro sind einfach genug“, sagt Jörg. Außerdem sehnte er sich danach, sein Wissen nicht nur theoretisch in zahlreichen Artikeln oder in Buchform weiterzugeben, sondern praktisch und im direkten Kontakt zu Gleichgesinnten. Deshalb bieten die beiden in der Nebensaison beispielsweise Rennradreisen, Crosstraining Camps, Family Triathlon Camps, Street Workouts, Personal Trainings uvm. an. Seit Kurzem, genauer seit Juli 2015, kommen auch Paddel-Fans und solche, die es noch werden wollen, bei den beiden auf ihre Kosten. Am Strand, wo auch die Bar des Hotels Villamil liegt, können Interessierte Touren buchen oder die Boards ausleihen – sogar mitnehmen! Das funktioniert, weil es sich um so genannte Softboards handelt, also solche, die aufblasbar sind. Luftlos finden sie in jedem Auto Platz und können schließlich direkt vor Ort mit der beiligenden Pumpe aufgeblasen werden. Premiere für mich, mit Softboards hatte ich es bisher noch nicht zu tun. Auf dem ersten Blick habe ich aber noch nicht mal realisiert, dass es sich um die aufblasbare Variante handelt.

Babsi und ich haben aufs Pumpen verzichtet, sind in Paguera geblieben und haben uns zusammen mit Jörg direkt ins Wasser gewagt – nachdem wir elfengleich und qietschend über den sauheißen Sand gesprintet sind, Paddel in der linken Hand, Board an der Schlaufe in der rechten. Danach wirken selbst die 28 Grad Wassertemperatur erqickend kühl.

Dann hieß es: Platz nehmen! Erst mal walfischähnlich locker aufs Board gesetzt, nachdem wir es mit der Fußfessel gesichert hatten. Beine beide aufs Brett, paddeln. Paddeln ist nicht gleich paddeln. Wie viel man dabei falsch machen kann, werde ich spätestens morgen bemerken – #Muskelkater. Gekonnt ist es, wenn man das Paddel eben nicht mit reiner Muskelkraft aus den Armen heraus durchzieht, sondern eher geschmeidig leicht unter Zuhilfenahme des Oberkörpers. Kurven fahren, stoppen, geradeaus fahren – Jörg weist uns mit ruhiger Stimme ein. Läuft. Naja, mal mehr, mal weniger. Wir platschen gemütlich durch die niedrigen Wellen. Nächste Stufe: Knien!

Jetzt wird’s spannend. Macht mein Knie das mit? Zwei Kreuzbandrisse rechts haben ihre Spuren hinterlassen, schon allein deshalb, weil das Gewebe um die Narben herum sich so widerlich anfühlt, ist das Knien nicht gerade angenehm. Und dann ist da ja noch die Sache, dass es lustigerweise genau zwei Wochen vor meinem Urlaub verdächtig im Knie geknackst hat. Die ersten Tage danach waren Mist, jetzt kann ich wieder geradeaus laufen, aber stabil ist das Bein nicht wirklich. Doch: Knien geht. Mit der Balance wird’s jetzt allerdings merklich schwieriger. Und schließlich versuche ich, mich hinzustellen. Immerhin heißt die Schose ja „Stand Up Paddling“. Während Babsi schon durch die Wellen pflügt und Jörg das Ganze Go-Pro-technisch dokumentiert, übe ich meinen Eiertanz. Ja, ich stehe. Aber nur kurz. Ich falle zwar nicht, bin aber kurz davor. Gekonnt ist was anderes.

Nee, komm, ich lasse ich mich lieber wieder auf alle vier Buchstaben plumpsen und mache im Sitzen weiter. Bei dieser Sportart ist definitiv die Kraft der zwei Beine gefragt, und zwar zwei funktionierender Beine. Meine rechte Hälfte ist aber definitiv zu instabil, um die Wasserbewegungen plus Paddelbewegungen auszubalancieren. Aber hey! Ehrlich gesagt macht SUP auch im Sitzen Laune. Dann halt eben Sit Down Paddling. Kommt eben drauf an, was man draus macht.

Wer sich jedoch stehend fortbewegt, kommt in den Genuss eines Ganzkörperworkouts, erklärt Jörg. Das permanente Balancehalten betrifft nicht nur die Beine, sondern auch die Rumpfmuskulatur, und mit dem Paddeln wird schließlich auch der Rest aktiviert. Arme, Schultern, Rücken – ihr werdet euch bislang unbekannte Muskelareale spüren!

Das Schöne am SUP ist, dass sich Erfolgserlebnisse relativ schnell einstellen„, sagt Patricia. Klar, am Anfang ist alles etwas wackelig und es kostet ein Stück weit Überwindung, sich hinzustellen, doch einmal im Flow, ist Stand Up Paddeln ein schönes Erlebnis.

Schade, dass mein Kniegelenk so angeschlagen ist, denn zu gerne hätte ich eine der beiden Touren gemacht: entweder an der Küstenlinie entlang nach Cala Fornells oder zur El Chiringuito Bar in Costa de la Calma – Kaltgetränk genießen!

 

Infos:
SUP von Jorge Sports wird in der Hauptsaison angeboten. Zu finden an der Strandpromenade des Hotels Villamil in Paguera. Kurse und Touren nach Absprache von
Mo – Sa, 11 bis 17 Uhr.
Mietpreis pro Stunde: 15 Euro, mit Residentenrabatt 10 Euro
Tour nach Cala Fornells: 60 Minuten, 25 Euro
Tour zur Chiringuito Bar: 90 Minuten, 25 Euro
M

ehr Infos unter: http://jorge-sports.com/ oder www.sup-mallorca.de

*Disclosure*
Jorge Sports hat uns zum Schnupper-Paddeln eingeladen.

 

Frauen im Motorjournalismus – zu Gast bei Motordialog

Motordialog ist ein neues Portal für (Motor-) Journalisten, das einige Kolleginnen und einen Kollegen sowie mich im Mai 2015 zu einer Gesprächsrunde eingeladen hatte: „Allein unter Männern – Frauen im Motorjournalismus war das Thema, moderiert von Autopapst Andreas Keßler und Sarah Elßer. Die Atmosphäre vor Ort war angenehm entspannt, ich allerdings schon ziemlich angespannt – realisierte ich doch, dass ich es eher gewohnt bin, Fragen zu stellen als befragt zu werden.

Apropos Fragen stellen: Genau das war bei mir zu Beginn meiner Tätigkeit als Autojournalistin ein, sagen wir ehrlicherweise mal, „Schwachpunkt“. Heißt: War mir etwas nicht ganz klar, hatte ich Hemmungen, nachzuhaken – nicht bei den Herstellern, sondern beispielsweise in den abendlichen Benzingesprächen mit den Kollegen oder während der Autotestfahrten. Als Journalistin ist es mein Job, Fragen zu stellen, zu recherchieren – interessanterweise fiel mir genau das in der Autobranche zumindest in der Anfangszeit nicht immer leicht.
Eine self-fulfilling prophecy, wie Andreas Keßler im Gespräch ganz richtig auf den Punkt brachte. Aus der Befürchtung heraus, als Frau und Neuling in der Branche unter vermeintlich gestandenen männlichen Autojournalisten, die den Job zudem in den meisten Fällen schon seit Jahrzehnten machen, uncool dazustehen, kann genau das passieren. Zack, Klischee bedient.
Nach einigen Fahrveranstaltungen aber wurde klar – jeder kocht sein eigenes Süppchen, und zwar auch mit Wasser. Es gibt die, die einen links liegen lassen, die, mit denen man sich auf Anhieb gut versteht und aus denen bis heute gute Freundschaften geworden sind, es gibt die, die ihr Wissen nett und selbstverständlich teilen und die, die dabei andere abwerten. Ich betrachte es als „learning“. Letztlich teilen wir alle wenigstens eines: die Passion zum Auto(-fahren).

If it bleeds it leads – Trauma und Journalismus

Stell dir vor, du arbeitest als Reporter für einen Lokalsender oder eine Zeitung. Plötzlich stürmt ein Jugendlicher die Räume einer Schule und schießt um sich.

Stell dir vor, auf der Bundesstraße nebenan ist ein schwerer Unfall passiert. Du sollst hin, mit der Polizei sprechen, Fotos machen.

Stell dir vor, die ganze Stadt feiert. Loveparade. Du bist vor Ort, lässt dich mitreißen, alles ist gut. Und plötzlich sterben Menschen.

Vor zwei Jahren hatte ich die Möglichkeit, an einem aufschlussreichen und intensiven Seminar in Rendsburg teilnehmen zu können. „Amok, Unfälle, Katastrophen – Umgang im Lokaljournalismus“, organisiert vom Dart Centre Europe. Nein, hier geht es nicht um den Dart-Sport, sondern darum, wie Erkenntnisse aus der Traumaforschung im Journalismus zum Einsatz kommen können- und können sollten.

Das Dart Centre ist kurz zusammengefasst ein Netzwerk, das sich als Forum und als Ressource versteht, um die sensible und sachkundige Berichterstattung über Tragödien und Gewalt zu fördern.

Wann immer ich anderen gegenüber die Wortkombination aus „Journalismus und Trauma“ fallen ließ, schaute ich entweder in Fragezeichen-Augen oder mein Gegenüber sagte: „Ah, geht es da um so was wie Kriegsreporter?“
Das geht natürlich schon in die richtige Richtung. Kollegen, die in und aus Krisengebieten berichten, werden meist mit Extremsituationen konfrontiert. Krieg, Krankheiten, oder (Natur-) Katastrophen verursachen menschliches Leid. Damit werden Journalisten ungefiltert konfrontiert.

Doch menschliches Leid begegnet uns auch auf lokaler Ebene.

Auch das sind schwierige journalistische Einsätze. Direkt hier, vor Ort, vor deiner Haustür.

Du musst berichten. Aber wie?

Mit wem sprichst du vor Ort? Was fragst du jemanden, der der Massenpanik entkommen ist? Was, wenn du plötzlich den Eltern gegenüber stehst, die ihr Schulkind an diesem Morgen zuletzt lebend gesehen haben? Was, wenn dich das Bild auf der Bundesstraße nicht mehr loslässt? Welche Bilder fängst du ein? Welche werden publiziert? Welche Überschrift denkst du dir aus?
Wie geht es dir selbst?

O horror, horror, horror! Tongue nor heart cannot conceive nor name thee!

(Macduff in Shakespeare’s Macbeth)

Nun haben die Freie Universität Berlin und das Dart Center Deutschland/Europe erstmals einen Lehrfilm zum Umgang von Medien mit der Darstellung hochexpressiver, zielgerichteter Gewalt (Amokläufe u.a.) erstellt. Er wird am 16. Juni 2015 in Berlin präsentiert.

Die Doku heißt „media running amok?“. An dieser Stelle möchte ich die entsprechende Webseite zitieren:
„Darin erläutern Betroffene wie Gisela Mayer vom Aktionsbündnis Winnenden, ehemalige Schüler der Albertville-Realschule, Frank Nipkau vom Waiblinger Zeitungsverlag sowie Experten aus dem TARGET-Verbund und dem zugehörigen Beirat, wie sich das Verhalten der Medien und die Berichterstattung auf Betroffene auswirkt und Gewalttaten durch Täterdarstellungen sogar fördern können.
Der Film, der vom Deutschen Presserat und dem Aktionsbündnis Winnenden unterstützt und dessen Produktion vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert (BMBF) wurde, kann ab Mitte Juni 2015 bei der Freien Universität Berlin kostenlos angefordert werden. Er ist für die Aus- Fort-, und Weiterbildung Medienschaffender einsetzbar.“

 

Journalisten haben die Aufgabe, zu informieren. Dabei haben sie es, egal wo, mit Menschen zu tun. Zur Sorgfaltspflicht eines Journalisten gehört es nicht nur, sauber zu recherchieren und arbeiten. Dazu gehört auch der behutsame Umgang mit dem Gegenüber und schließlich auch mit sich selbst.

Meiner Meinung nach kommen diese Aspekte in der Ausbildung viel zu kurz. Doch sie sind da, die Möglichkeiten der Weiterbildung. Ich hoffe, dass das Thema mehr und mehr an Präsenz gewinnt.

Blogger Auto Award 2015 – Die Ergebnisse

Es ist das 4. Mal seit 2012, es sind 12 Kategorien, es sind jeweils 1, 3 und 5 Punkte zu vergeben und es sind 25 Blogger aus Deutschland und Österreich, die beim Blogger Auto Award 2015 mitgemacht haben. Das sind 3 Teilnehmer weniger als im vergangenen Jahr und eine Kategorie mehr als in 2014. Der Bereich SUVs wurde in kleine und große SUVs gesplittet. Demzufolge wurden Bewertungen in folgenden Bereichen abgegeben: Minicars, Kleinwagen, Kompaktklasse, Mittelklasse, Obere Mittelklasse, Luxusklasse, Sportwagen, Cabrios, kleine SUVs, große SUVs, Vans und Elektrofahrzeuge.

Gesamtwertung
Die Gesamtwertung mit der höchsten Punktzahl von 89 Punkten hat der Tesla S in der Kategorie Elektrofahrzeuge gewonnen. 2014 war es noch das Jaguar F-Type Cabrio, das mit 95 Punkten abgeräumt hat. Der findet sich jetzt mit 69 Punkten auf dem zweiten Platz wieder, den er sich mit der Mercedes-Benz V-Klasse punktgleich teilt. Platz 3 belegt – das ist eine Überraschung – wieder der Tesla S, denn mit 60 Punkten erreichte er auch die Erstplatzierung in der Luxusklasse. So schaffte es der Tesla S, zwei Kategorien für sich zu entscheiden.

F-Type Cabrio: Hab ich mich erschrocken!
Immerhin ist das F-Type Cabrio noch immer auf dem ersten Platz in seiner eigenen Kategorie „Cabrio“, wenngleich ich persönlich das nicht wirklich nachvollziehen kann. Der Tester, den ich 2014 fahren durfte, hat mich richtig erschrocken. Ich war enttäuscht von der Qualität des Interieurs bzw. von der Verarbeitung der Materialien. Obwohl das Auto selbst ziemlich neu war, mutete der Innenraum gammelig-verbraucht an, während außen an manchen Stellen bereits grünes Zeugs wuchs, das an meinem 10 Jahre alten Fiat Punto eine Existenzberechtigung hat, nicht aber an einem Neuwagen. Zusammen mit dem Sound, der mich nicht vom Hocker gerissen hat und mit dem Gedanken an einen PREMIUMhersteller im Hinterkopf, war ich schlicht, um es noch mal zu sagen, enttäuscht. Ich würde mich allerdings dazu hinreißen lassen, einfach nur „Pech“ gehabt zu haben. Vielleicht war es ein „Montagsauto“. Schließlich wird die sehr gute Wertung durch die Kollegen nicht von ungefähr kommen.

Wieder mal gewonnen
Wer konnte in diesem Jahr noch seinen ersten Platz verteidigen? Der Opel Adam. Mit 49 Punkten in der Kategorie Minicars läuft er dem Abarth 500 und Mini Coupé den Rang ab. Die Unvernunft in mir hätte ja stattdessen gern die Fiat-Knallbüchse vorn gesehen, weil viel emotionaler als der Adam – doch der Rüsselsheimer mit seinen unzählbaren Individualisierungsmöglichkeiten scheint auf mehr Gegenliebe zu stoßen. Meiner Argumentation zum Trotz habe ich übrigens nicht dem Abarth die vollen fünf Punkte zugestanden, sondern dem Skoda Citigo. Ja, weiter auseinander könnten die beiden nicht sein. Aber ich mag Skoda, ich mag das Simply-Clever-Konzept mit seinen kleinen, aber feinen Extras und ich mag die Preisgestaltung. Letztlich hat sich doch die Spießerin in mir durchgesetzt. Immerhin habe ich Abarth und Adam 3 sowie 1 Punkt(e) gegönnt.

Platz 1 war einmal…
Ihren Siegestriumph aus dem Vorjahr verloren haben folgende Modelle: Mercedes-Benz CLA (jetzt 2. bei den Kompaktwagen), BMW 4er Gran Coupé (jetzt 2. in der Mittelklasse), Jaguar XF (jetzt 2. in der Oberen Mittelklasse), Porsche 911 (jetzt 3. bei den Sportwagen) und VW Multivan (jetzt 2. bei den Vans).

Und hier diejenigen, die stattdessen in ihren Kategorien 2015 triumphieren: Seat Leon, Mercedes-Benz C-Klasse, Audi A6, BMW i8 und Mercedes-Benz V-Klasse.
Also, da löst Leon doch tatsächlich den CLA ab? Das hätte ich nicht gedacht. Ob ich wohl dazu beigetragen habe? Nein, so wichtig möchte ich mich nicht nehmen, aber dass meine Punkte (absteigend) an Giulietta, A-Klasse und 1er BMW gegangen sind, wird wohl eine Rolle gespielt haben. Ich muss an dieser Stelle wohl vermerken, dass ich ein kleines Faible für „Outsider“ habe. Das meine ich nicht ansatzweise diffamierend.

Frollein Giulietta, beispielsweise. In die habe ich mich halt total verknallt. Alfa Romeos Formensprache oder Designsprache ist besonders, hat Wiedererkennungswert. Ich bin sehr, sehr gern mit ihr gefahren. Außerdem hat das Auto einen Mädchennamen. Wer das unprofessionell findet – bitte. Ich finde das emotional, und das dürfen wir Blogger sein. Also 5 Punkte.

Giulietta

Die A-Klasse wiederum hat meines Erachtens einen großen Sprung in die richtige Richtung gemacht. Nichts ist mehr übrig von diesem, diesem hochdachigen Etwas, das schon mal aus der Bahn geworfen werden konnte. Nein, jetzt ist es kompakt und muskulös, wie man ja so schön sagt, und für mich ein positives Beispiel dafür, wie ein Hersteller den Mut haben kann, ein Modell auch mal komplett auf den Kopf zu stellen. Und zwar nicht inerhalb eines Elchtestes. 3 Punkte.

Ich war noch nie ein großer BMW-„Fan“, es gibt ja einfach Marken, zu denen hat man mehr oder weniger eine Bindung. Doch in letzter Zeit wandelt sich meine Einschätzung. Ich finde die Grillpartie – also, das vorne dran, keine Grillsession – nach wie vor nicht schön, egal, was für ein Modell, aber ich bin mehr und mehr angetan von Qualität und Gestaltung im Interieur sowie vom Fahrgefühl. 1 Punkt für den 1er in dieser Kategorie.

Für die anderen und neuen Kategoriegewinner hatte ich, bis auf den BMW i8, auch einige Punkte übrig. Dass aber der i8 tatsächlich auf dem 1. Platz in Sachen Sportwagen landet – krass. Weit, weit vor Audi R8 oder La Ferrari, genau ein Platz vor Mercedes‘ neuem AMG GT. Der bekam von mir 3 Punkte, Ziffern 5 und 1 gingen an den R8 und das TT Coupé. Jou, ich bin ein Audi-Fangirl. Hätten wir das auch geklärt.

Hier seht ihr die Ergebnisse en detail, auf der eigens dafür existierenden Blogger Auto Award Seite.

Bei ausfahrt.tv haben wir schon viele der bewerteten Modelle – oder die sehr nahe Verwandschaft – vorgestellt:


Opel Adam Rocks


Opel Adam S


BMW i3


Audi S1


Seat Leon


Mercedes-Benz C-Klasse


Audi RS6


Jaguar F-Type


Range Rover Evoque


Mercedes-Benz V-Klasse


Alfa Romeo Giulietta


Skoda Fabia


VW Passat


BMW X6


BMW 4er Gran Coupé

 

 

Und so denken die lieben Kollegen, allen voran Don Dahlmann, der das Thema speziell für die Plattform Mobilegeeks und ihren neuen Car Hub aufgegriffen hat:

Don Dahlmann (Mobilegeeks)

Jan Gleitsmann (auto-geil.de)

Markus Jordan (MBpassion.de)

Mario von Berg (autoaid.de)

Jens Stratmann (rad-ab.com)

Autogefühl

Verena Reuber (drive-blog.de)

Matthias Luft (motoreport.de)

Dr. Friedbert Weizenecker (der-autotester.de)

Nicole Y. Männl (auto-diva.de)

Ulli und Peter Pölzlbauer (faszination-autos.com)

Lisa Schwarz (hyyperlic.com)

Can Struck (driversgroove.com)

Tom Schwede (1300ccm.de)

Sebastian Bauer (passiondriving.de)

Fabian Meßner (autophorie.de)

Mikhail Bievetskiy (NewCarz.de)

Stefan Sprick (WeltderGadgets.com)

Oli Walther (der-auto-blogger.de)

Benny (BimmerToday.de)

Thomas Gigold (autokarma.de)

Sarah Sauer (sarah-sauer.de)

Moritz Nolte (Automobil-Blog)

Matthias Lehming (fahrrückt.de)

CES 2015: Mercedes-Benz F015 – Luxury in Motion Concept

Mercedes-Benz hat eine Vision. Und die fällt nicht gerade bescheiden aus. Aber als Erfindes des Automobils darf man sich das wohl erlauben. Nun, Spaß beiseite.
Mercedes nimmt sich der Zukunft an und hat überlegt, wie eben diese unter (auto-)mobilen Aspekten aussehen könnte. Grundlage dieser Vision ist das Thema autonomes Fahren, wie es bei den Stuttgartern heißt. (Audi hingegen spricht vom „pilotierten Fahren“).

Schon jetzt ist teilautonomes Fahren durch diverse Assistenzsysteme (adaptiver Tempomat) kein unbeschriebenes Blatt mehr. Doch das Thema ist längst nicht ausgereizt. Anhand des Forschungsfahrzeugs 015 soll deutlich werden, welches Potenzial da noch schlummert. So beherbergt die außergewöhnliche Luxuslimousine ein Interieur sowie Funktionen, die ihresgleichen suchen. Drehbare Lounge-Stühle ermöglichen die Kommunikation zwischen den Passagieren, sechs in die Armaturentafel, Rück- und Seitenwände integrierte Displays zudem die Kommunikation und einen Informationsaustausch mit der Außenwelt. Über Eyetracking, Gesten und Berührungen werden die Bildschirme bedient.

F015 soll zudem ein intelligentes und höfliches Auto sein, dass Fußgängern beispielsweise einen Zebrastreifen auf die Straße projiziert, um einen gefahrlosen Übergang zu gewährleisten. Über eine App kann F015 auch selbstständig parken oder zu einem bestimmten Ort beordert werden.

Einen Kommentar zum Thema von mir findet ihr hier.

Und es steckt noch viel, viel mehr hinter diesem Konzept. Sascha Pallenberg von Mobilegeeks spricht in Kooperation mit ausfahrt.tv exklusiv mit vier Experten von Mercedes-Benz über die verschiedenen Funktionen von F015.
Das Video dazu seht ihr hier:

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CES 2015: Audi A7
Pilotiertes Fahren – Jack – EXCLUSIVE Interview

Audis Ansatz in Sachen Zukunft und autonomes Fahren – pardon, pilotiertes Fahren, wie es bei den Ingolstädtern heißt, sieht so aus: Zukünftige Modelle fahren pilotiert auf den Autobahnen bei Geschwindigkeiten zwischen 0 und 110 km/h. Das soll die Fahrer entlasten. Die dafür erdorderlichen technischen Voraussetzungen sind entweder heute schon Serie oder wenigstens seriennah: Da wären beispielsweise Radarsensoren, bekannt aus den Assistenzsystemen “adaptive cruise control” und “side assist”. Neu, aber seriennah, sind die Laserscanner im Singleframe-Grill und in der Heckschürze.
Zusammen mit einer 3D-Kamera sowie einem zentralen Fahrerassistenzsteuergerät kann das damit ausgestattete Auto elbstständig beschleunigen, bremsen, Spuren wechseln, stoppen. Das dies nicht nur eine Utopie, sondern Realität ist, bewies Audi jüngst in den USA: Dort fuhr Audis A7 piloted driving concept namens „Jack“ 550 Meilen, gut 900 Kilometer, pilotiert von Silicon Valley nach Las Vegas zur CES.

Noch viel mehr Infos gibt es in unserem exklusiven Interview mit Alejandro Vukotich von Audi.